Dichterfürsten im Exil
摘要
Touristen, die in Sanary mehr als die zahlreichen Strände besuchen wollen, suchen das Fremdenverkehrsamt am östlichen Ende des Hafens auf. Links des Eingangs fällt die bereits erwähnte mannshohe Gedenktafel in drei Sprachen (Französisch, Deutsch, Englisch) auf, die unter dem Titel Sanary, Hauptstadt des künstlerischen und literarischen Exils 68 Namen deutschsprachiger Schriftsteller, Philosophen, Journalisten und Maler versammelt. Die Aufzählung beginnt mit dem Ludwigshafener Philosophen Ernst Bloch und endet mit dem Wiener Schriftsteller Stefan Zweig. Im Januar 2011 wurde diese Gedenktafel enthüllt. Am 18. September 1987 hatte man eine Gedenktafel am westlichen Ende des Hafens an der Promenade des Baux angebracht, ein erster Gedenkort des Exils in Sanary. Damals wurden deutlich weniger Namen genannt, nämlich nur 36, dafür enthielt die Tafel eine Widmung, deren deutscher Text lautete: „Den deutschen und österreichischen Schriftstellern mit ihren Angehörigen und Freunden, die auf der Flucht vor der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Sanary-sur-Mer zusammentrafen.“ Für die Enthüllung hatten der deutsche Konsul und der österreichische Honorarkonsul einen symbolträchtigen Rahmen gewählt, das 25-jährige Jubiläum von Charles de Gaulles berühmter Ludwigsburger Rede an die deutsche Jugend vom September 1962. Darin heißt es: „Die Zukunft unserer beiden Länder, der Grundstein, auf dem die Einheit Europas gebaut werden kann und muss, und der höchste Trumpf für die Freiheit der Welt bleiben die gegenseitige Achtung, das Vertrauen und die Freundschaft zwischen dem französischen und dem deutschen Volk.“