Montparnasse am Mittelmeer
摘要
Kommt man vom Meer auf den Hafen von Sanary zu, ist man zunächst einmal von dem Panorama hingerissen, das sich dem Betrachter bietet: Im Hintergrund erstreckt sich das rund 440 Meter hohe Massiv des Gros-Cerveau. Im Vordergrund sieht man pastellfarbene Häuser, nicht mehr als vier Stockwerke hoch. Keine Betonbausünden, wie sie sonst die blaue Küste von Marseille bis Menton säumen. Links ein Hotel, aus dessen Innerem ein romanischer Turm herausragt. Rechts ein rosa Rathaus. Dazwischen ein Gotteshaus, dessen schlanker Turm so gar nicht den schlichten Kirchen der Provence gleicht. Der Platz vor der Kirche trägt den Namen des berühmtesten Sohnes der Stadt. Auch an vielen anderen Stellen in Sanary begegnen wir dem Comte Michel de Pierredon, genannt Michel Pacha, der diese Kirche bauen ließ. Der Kapitän hatte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Mittelmeer und das Schwarze Meer bereist und im Auftrag des Sultans im Orient Leuchttürme bauen lassen. Als Dank hatte ihm der Sultan den Ehrentitel „Pascha“ verliehen, und aus dem als Marius Michel geborenen Sanaryen wurde fortan Michel Pacha. Als er nach Sanary zurückkehrte und Bürgermeister wurde, ließ er die alte Kirche Saint-Nazaire abreißen. Inspiriert von seinen Orientexpeditionen erhielt das neue Gotteshaus einen Kirchturm, der wie ein Minarett aussieht (Abb. 1).