Wenn die KI mitentscheidet – ein praxisnahes Bewertungskonzept für datenbasierte Smart City Technologien als Grundlage für besseres Verständnis und transparente Kommunikation
摘要
Der zunehmende Einsatz datenbasierter Entscheidungsunterstützungssysteme (Decision Support Systems, DSS) im Kontext smarter Städte bietet vielfältige Potenziale zur Effizienzsteigerung, Transparenzförderung und verbesserten Informationsaufbereitung in kommunalen Entscheidungsprozessen. Gleichzeitig werfen solche Systeme grundlegende rechtliche, ethische und soziale Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf Diskriminierungsrisiken, fehlende Nachvollziehbarkeit und Verantwortungsdiffusion. Vor diesem Hintergrund präsentiert das Kapitel ein praxisnahes, merkmalsbasiertes Bewertungsschema zur systematischen Einordnung datengetriebener Smart-City-Technologien. Ziel ist es, sowohl technische als auch nicht-technische Merkmale wie Problemkomplexität, Automatisierungsgrad, zeitliche Relevanz, Reversibilität oder Transparenz zu erfassen und damit eine interdisziplinär anschlussfähige Bewertungsgrundlage zu schaffen. Aufbauend auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit kommunalen Entscheidungstypologien und der Rolle hybrider Entscheidungsformen (Mensch-Maschine-Interaktion) werden 14 zentrale Merkmalsdimensionen identifiziert und anhand existierender Smart-City-Projekte aus der DACH-Region empirisch angewendet. Die Bandbreite reicht von prädiktiver Ampelsteuerung über KI-gestütztes Straßenmanagement bis zur algorithmischen Fördermittelvergabe. Die Analyse zeigt: Eine fundierte Bewertung erfordert niederschwellige, zugleich strukturierte Bewertungsansätze, die auch ohne tiefgehendes technisches Wissen anwendbar sind. Das Kapitel richtet sich an Praktiker:innen aus Verwaltung und Politik, an Entwickler:innen und Forschende mit Interesse an partizipativer Technikgestaltung sowie an alle, die Entscheidungsprozesse in der Smart City kritisch reflektieren und gestalten wollen. Der Beitrag leistet einen konzeptionellen und methodischen Impuls für den verantwortungsbewussten Einsatz algorithmischer Systeme im kommunalen Raum und unterstreicht die Notwendigkeit einer kontinuierlichen interdisziplinären Auseinandersetzung mit deren Wirkungslogiken, Grenzen und Gestaltungsräumen.