§ 3. Preußen und Österreich zwischen 1806 und 1814
摘要
Preußens seit 1795 eingeschlagene Neutralitätspolitik (→ Bd. 1 Rdnr. 874 ff.) hatte den Norden Deutschlands zwar mehr als ein Jahrzehnt vor schweren kriegerischen Auseinandersetzungen bewahrt; durch die Abstinenz im mitteleuropäischen Abwehrkampf gegen Napoleon aber auch dessen rasanten Siegeslauf erst ermöglicht. Österreich und Russland waren bei Austerlitz besiegt (→ Bd. 1 Rdnr. 912) und mussten im Pressburger Frieden vom 26. Dezember 1805 Napoleons Hegemonialstellung in Mitteleuropa anerkennen (→ Bd. 1 Rdnr. 913). Einzig das an den militärischen Auseinandersetzungen unbeteiligte Preußen blieb jetzt in Deutschland als für Napoleon beachtlicher Machtfaktor übrig. Als Großbritannien Berlin am 11. Juni 1806 wegen der Annexion Hannovers und der gegen den englischen Handel gerichteten Schließung der Nordseehäfen den Krieg erklärte, suchte Preußen den Schulterschluss mit Russland. Letzterem wurde am 1. Juli 1806 die preußische Neutralität für den Fall eines russisch-französischen Krieges zugesichert. Wegen der an ihm vorbei gepflogenen britisch-französischen Verhandlungen über die Rückgabe Hannovers an den englischen König sah sich Preußen schon am 9. August 1806 veranlasst, seine Armee mobil zu machen sowie von Frankreich am 1. Oktober 1806 ultimativ den Abzug aller in Deutschland stehenden Truppen und die Aufgabe jeglicher Behinderung des in Berlin geplanten Norddeutschen Reichsbundes (→ Bd. 1 Rdnr. 926) zu fordern.