§ 8. Das Reich unter Kaiser Maximilian II.
摘要
Die Wahl von Ferdinands I. Sohn Maximilian II. zum römischen König erfolgte 1562 noch zu Lebzeiten des Vaters. Sie verlief ohne größere Komplikationen, nachdem der bis dahin von katholischer Seite als Protestantensympathisant abgelehnte Maximilian ein eindeutiges Bekenntnis zum Katholizismus abgelegt hatte. Maximilian verstand sich in erster Linie als deutscher Fürst; was dem Reich in einer Phase konfessionellen Abtastens – ebenso wie unter seinem Vorgänger Ferdinand I. – eine relative innere Ruhe bescherte. Er betrachtete den bald einsetzenden niederländischen Freiheitskampf allein als eine Angelegenheit des spanischen Zweiges der Habsburger, nicht indes als die seinige; weshalb es ihm insbesondere gelang, sich und das Reich aus den niederländischen Händeln herauszuhalten. Dabei kam ihm allerdings entgegen, dass die Werbung der calvinistischen Niederländer bei ihren protestantischen Glaubensverwandten im Reich, den Aufstand gegen die Spanier zu unterstützen, nicht verfing. Die lutherischen Fürsten wollten mit derart den Religionsfrieden gefährdenden Handlungen nichts zu tun haben. Eigentlich schon unter Ferdinand I., jedoch spätestens am Ende der Herrschaft Maximilians II. hatte sich das Kaisertum aus den Universalverpflichtungen gegenüber der abendländischen Christenheit gelöst. Es beschränkte seine ordnende Macht auf die deutschen Lande und verzichtete außerhalb der Reichsgrenzen auf jedwedes offensive Engagement. Bereits mit Karl V. hatte das Reich seinen letzten Kaiser mit universalem wie imperialen Ansprüchen gesehen. Das sich um es herum ausbildende europäische Herrschaftssystem wurde künftig anerkannt.