§ 15. Die Nachfolge Josephs I. durch Karl VI.
摘要
Als Folge des überraschend frühen Todes von Kaiser Joseph I., am 17. April 1711, wurde mangels eigener männlicher Nachkommen nach fast halbjährigem Interregnum mit Erzherzog Karl dessen Bruder als Karl VI. am 12. Oktober 1711 in Frankfurt am Main einstimmig durch das wegen der Ächtung der Kurfürsten von Bayern und Köln auf sieben Stimmen reduzierte Kurkollegium zum römischen König gewählt und am 19. Dezember 1711 vom Mainzer Erzbischof zum Kaiser gekrönt. In seiner Wahlkapitulation versprach der – wie sich bald herausstellen würde – „von den fünf letzten Habsburgern sicher unbegabteste Fürst“ (K. O. v. Aretin) u. a., bei Achterklärungen neben der bisher schon üblichen Zustimmung der Kurfürsten auch diejenige der übrigen Reichsstände einzuholen. Die Reichsacht war damit an die Mitwirkung des gesamten Reichstages gebunden, der auf diese Weise einen (ge)wichtigen Kompetenzzuwachs erfuhr.