Der Beitrag analysiert Deniz Ohdes Roman Streulicht (2020) mit Fokus auf Formen des klassenspezifischen Konsums. Anhand spezifischer Konsum- und Essgewohnheiten zeigt Ohde deren Verflechtungen mit Klassenunterschieden auf. Dabei illustriert der Umgang mit Nahrungsmitteln wie Brot, Erdbeeren und Bonbons die sozioökonomischen Unterschiede zwischen der Protagonistin und ihren Mitschüler*innen. Der Überfluss an Lebensmitteln in der Familie der Protagonistin bildet einen mit der Soziologie Bourdieus analysierbaren Kontrast zu den kontrollierten und ritualisierten Essgewohnheiten ihrer bürgerlichen Freundin Sophia. Das Brot fungiert in Streulicht als übercodierte Metapher existenzieller Bedürfnisse, während die Erdbeeren die mühsam gewonnene Zuwendung des Vaters anzeigen. Die Analyse zeigt auch, wie im Roman durch Referenzen auf Marken, Fernsehsendungen und Musik die Popkultur der 90er Jahre verankert wird. Damit nähert Ohde ihren Roman nicht nur der Autosoziobiographie, sondern überraschenderweise auch der Popliteratur an.

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Bonbons, Erdbeeren, Brot. Konsum und Klasse in Deniz Ohdes Streulicht (2020)

  • Irmtraud Hnilica

摘要

Der Beitrag analysiert Deniz Ohdes Roman Streulicht (2020) mit Fokus auf Formen des klassenspezifischen Konsums. Anhand spezifischer Konsum- und Essgewohnheiten zeigt Ohde deren Verflechtungen mit Klassenunterschieden auf. Dabei illustriert der Umgang mit Nahrungsmitteln wie Brot, Erdbeeren und Bonbons die sozioökonomischen Unterschiede zwischen der Protagonistin und ihren Mitschüler*innen. Der Überfluss an Lebensmitteln in der Familie der Protagonistin bildet einen mit der Soziologie Bourdieus analysierbaren Kontrast zu den kontrollierten und ritualisierten Essgewohnheiten ihrer bürgerlichen Freundin Sophia. Das Brot fungiert in Streulicht als übercodierte Metapher existenzieller Bedürfnisse, während die Erdbeeren die mühsam gewonnene Zuwendung des Vaters anzeigen. Die Analyse zeigt auch, wie im Roman durch Referenzen auf Marken, Fernsehsendungen und Musik die Popkultur der 90er Jahre verankert wird. Damit nähert Ohde ihren Roman nicht nur der Autosoziobiographie, sondern überraschenderweise auch der Popliteratur an.