Dieser Beitrag geht von der These aus, dass die Literatur der Arbeitswelt sich als Genre der Fürsprache hervortut, indem sie Verhältnisse zwischen sozialen Klassen im Modus der Fürsprache zutage treten lässt. Exemplarisch untersucht wird dies anhand dreier ihrer Untergenres, die sich um Fragen der Klassenzugehörigkeit formieren: der Arbeiter*innen-Literatur, der türkisch-deutschen Literatur der Arbeitswelt und der Autosoziobiographie. Diesen Untergenres ist gemein, dass sie (1) von Subalternen erzählen, (2) poetologisch wie auch poetisch die Gefahren der Appropriation und Invisibilisierung der Stimme der Subalternen reflektieren und (3) die Möglichkeiten des Für-sich-selbst-Sprechens von Subalternen ausloten, wenn diese ohne fürsprechende Instanzen sonst unsichtbar und ungehört blieben.

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Klasse und Fürsprache. Ein literaturgeschichtlicher Aufriss

  • Iuditha Balint

摘要

Dieser Beitrag geht von der These aus, dass die Literatur der Arbeitswelt sich als Genre der Fürsprache hervortut, indem sie Verhältnisse zwischen sozialen Klassen im Modus der Fürsprache zutage treten lässt. Exemplarisch untersucht wird dies anhand dreier ihrer Untergenres, die sich um Fragen der Klassenzugehörigkeit formieren: der Arbeiter*innen-Literatur, der türkisch-deutschen Literatur der Arbeitswelt und der Autosoziobiographie. Diesen Untergenres ist gemein, dass sie (1) von Subalternen erzählen, (2) poetologisch wie auch poetisch die Gefahren der Appropriation und Invisibilisierung der Stimme der Subalternen reflektieren und (3) die Möglichkeiten des Für-sich-selbst-Sprechens von Subalternen ausloten, wenn diese ohne fürsprechende Instanzen sonst unsichtbar und ungehört blieben.