Die Praxisliteratur zum Spinnen und Weben, die im Zeichen einer Proto-Industrialisierung der Textilproduktion entstand, legitimierte ökonomische Umstellungen durch eine konzeptionelle Feminisierung des Felds. Die entstehende Konkurrenz von Handwerk, Handarbeit und Arbeit wurde von den Autoren des 18. Jahrhunderts, die beschreibende und anleitende Schriften zur Garn- und Stoffherstellung verfassten, nahezu durchgängig in einem doppelten Spannungsfeld von Ökonomie und Geschlecht ausgehandelt. Der vorliegende Beitrag verfolgt diesen Zusammenhang in Beschreibungen des Weberhandwerks, Hausmütterliteratur und kameralistischen Schriften zu Manufakturen und zeichnet nach, wie die beginnende Industrialisierung der Weberei als Verweiblichung dieser Tätigkeit moralisch aufgewertet wurde.

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Handwerk, Handarbeit, Arbeit. Ökonomie und Geschlecht im Praxiswissen der Weberei im 18. Jahrhundert

  • Annika Hildebrandt

摘要

Die Praxisliteratur zum Spinnen und Weben, die im Zeichen einer Proto-Industrialisierung der Textilproduktion entstand, legitimierte ökonomische Umstellungen durch eine konzeptionelle Feminisierung des Felds. Die entstehende Konkurrenz von Handwerk, Handarbeit und Arbeit wurde von den Autoren des 18. Jahrhunderts, die beschreibende und anleitende Schriften zur Garn- und Stoffherstellung verfassten, nahezu durchgängig in einem doppelten Spannungsfeld von Ökonomie und Geschlecht ausgehandelt. Der vorliegende Beitrag verfolgt diesen Zusammenhang in Beschreibungen des Weberhandwerks, Hausmütterliteratur und kameralistischen Schriften zu Manufakturen und zeichnet nach, wie die beginnende Industrialisierung der Weberei als Verweiblichung dieser Tätigkeit moralisch aufgewertet wurde.