Der Beitrag untersucht das Fremdsprachenlernen im 18. Jahrhundert als eine Form des Praxiswissens und zeigt anhand von Lehrwerken und archivalischen Quellen die Vielfalt zeitgenössischer Lernwege. Im Zentrum der Analyse steht ein grundlegender Wandel dessen, was als ›praktische‹ sprachliche Kompetenz gilt: Während die Vernakularsprachen lange vor allem durch Übung im Sprechen erworben wurden, setzt sich im Laufe des 18. Jahrhunderts zunehmend die Vorstellung durch, dass die gezielte Einübung grammatischer Regeln die Basis für einen erfolgreichen Fremdspracherwerb bildet. Diese Verschiebung, die unter anderem auch die didaktische Autorität des Sprachmeisters stärkt, bereitet die sogenannte Grammatik Übersetzungsmethode des 19. Jahrhunderts vor.

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»A living language is a practical science«. Fremdsprachenlernen als praktisches Wissen im 18. Jahrhundert

  • Nicola McLelland

摘要

Der Beitrag untersucht das Fremdsprachenlernen im 18. Jahrhundert als eine Form des Praxiswissens und zeigt anhand von Lehrwerken und archivalischen Quellen die Vielfalt zeitgenössischer Lernwege. Im Zentrum der Analyse steht ein grundlegender Wandel dessen, was als ›praktische‹ sprachliche Kompetenz gilt: Während die Vernakularsprachen lange vor allem durch Übung im Sprechen erworben wurden, setzt sich im Laufe des 18. Jahrhunderts zunehmend die Vorstellung durch, dass die gezielte Einübung grammatischer Regeln die Basis für einen erfolgreichen Fremdspracherwerb bildet. Diese Verschiebung, die unter anderem auch die didaktische Autorität des Sprachmeisters stärkt, bereitet die sogenannte Grammatik Übersetzungsmethode des 19. Jahrhunderts vor.