Der Beitrag stellt zunächst die Gattung der typographischen Literatur (‚Druckerhandbücher‘) von den ersten Anfängen im 17. Jahrhundert bei Hieronymus Hornschuh (Orthotypographia, 1608) bis zum Ende des 18. Jahrhunderts vor. Er untersucht dann eingehend, wie sich in ihr – vor allem im Laufe des 18. Jahrhunderts – die Adressierung ändert: Von einer internen Adressierung an Angehörige des gleichen Berufstands entwickelt sie sich dahingehend, dass zunehmend ein allgemeines ‚Publikum‘ adressiert wird. Damit werden einerseits die Druckereiangehörigen als Angehörige einer allgemeinen Sphäre aufklärerischer Kritik und Beiträger zum Aufklärungsprozess behandelt; andererseits werden die Belange der Druckerei als zentral für den gesamten Aufklärungsprozess betrachtet. Eingehend besprochen werden die Leipziger Druckerhandbücher von Christian Friedrich Geßner (1741–1745), wobei insbesondere der federführende junge gelehrte Publizist Johann Peter Hager im Zentrum des Interesses steht; die Hamburger Zeitschrift „Der Buchdrucker“ von Johann Ludewig Schwarz (1766/67); sowie verschiedene einschlägige Publikationen von Christan Gottlob Täubel (1785 ff.).

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Druckerhandwerk und aufklärerische Öffentlichkeit. Kommunikative Selbstentwürfe in typographischer Literatur des 18. Jahrhunderts

  • Mark-Georg Dehrmann

摘要

Der Beitrag stellt zunächst die Gattung der typographischen Literatur (‚Druckerhandbücher‘) von den ersten Anfängen im 17. Jahrhundert bei Hieronymus Hornschuh (Orthotypographia, 1608) bis zum Ende des 18. Jahrhunderts vor. Er untersucht dann eingehend, wie sich in ihr – vor allem im Laufe des 18. Jahrhunderts – die Adressierung ändert: Von einer internen Adressierung an Angehörige des gleichen Berufstands entwickelt sie sich dahingehend, dass zunehmend ein allgemeines ‚Publikum‘ adressiert wird. Damit werden einerseits die Druckereiangehörigen als Angehörige einer allgemeinen Sphäre aufklärerischer Kritik und Beiträger zum Aufklärungsprozess behandelt; andererseits werden die Belange der Druckerei als zentral für den gesamten Aufklärungsprozess betrachtet. Eingehend besprochen werden die Leipziger Druckerhandbücher von Christian Friedrich Geßner (1741–1745), wobei insbesondere der federführende junge gelehrte Publizist Johann Peter Hager im Zentrum des Interesses steht; die Hamburger Zeitschrift „Der Buchdrucker“ von Johann Ludewig Schwarz (1766/67); sowie verschiedene einschlägige Publikationen von Christan Gottlob Täubel (1785 ff.).