Klettern als Olympische Disziplin
摘要
Im Rahmen der Professionalisierung des Sports und der erstmaligen Aufnahme in das Programm der Olympischen Spiele 2020 in Tokyo (ausgetragen 2021) wuchs bzw. wächst das Risiko für Verletzungen und Überlastungsschäden im Leistungssport, sowohl im Erwachsenenalter als auch im Kindes- und Jugendalter (Lutter et al. 2019b, 2021). Nach der olympischen Prämiere in Tokyo folgte im Jahr 2024 die zweite olympische Teilnahme der Kletterwettkämpfe in Paris. Nach der initialen Austragung in Tokyo in Form eines Kletter-Dreikampfs (Lead, Speed, Bouldern), wurden in Paris erstmals zwei separate Medaillen vergeben, nämlich Lead & Bouldern (als Zweikampf), sowie Speed. Dieses Format begeisterte erneut Fans vor Ort an ausgezeichneten Wettkampfstätten sowie Zuschauer aus aller Welt vor den Fernsehbildschirmen – der Klettersport ist bereits jetzt nach kurzer Zeit und zwei Olympiaden zu einem wesentlichen Bestandteil des Olympischen Programms geworden. Trotz einer niedrigen Verletzungsrate im Elitebereich sind Fingerverletzungen wie Sehnenscheidenentzündungen und Bandverletzungen häufig, wobei insbesondere künstliche Kletteranlagen (Wettkampfanlagen) mit einer höheren Verletzungsrate assoziiert sind (Lutter et al. 2021); es besteht daher Bedarf an spezifischem medizinischem Wissen und weiteren Forschungsarbeiten, unter anderem zur Verletzungsprävention. Dabei sollte insbesondere der Trainings- und Wettkampfbetrieb im Kindes- und Jugendalter weiterhin vermehrt Aufmerksamkeit erfahren und auf spezifische anatomische Gegebenheiten und Risikokonstellationen eingegangen werden. Mit dem wachsenden Leistungsdruck im professionellen Wettkampfsport wird zukünftig auch die Antidopingarbeit an Bedeutung gewinnen und die ersten bekannten Dopingfälle die Sportart erreichen. Auch wenn bisher wenig Evidenz zu dieser Thematik vorliegt, so ist ein verstärktes Bewusstsein aller Akteure (Sportler, Betreuer, Fans etc.) hinsichtlich der Thematik Antidoping vonnöten. Eine suffiziente Antidopingarbeit, intensivierte Dopingkontrollen, sowohl im Training als auch im Wettkampf, sowie eine enge sportmedizinische Anbindung sind unumgänglich. Das weltweite Interesse wird durch eine regelmäßige Aufnahme in das Olympische Programm weiterhin im großen Stile auf die Sportart gerichtet sein. Umso wichtiger ist es daher, das Bewusstsein für die Grundsätze und Umsetzung der Dopingbekämpfung innerhalb des Sports weiter zu erhöhen und zudem verletzungsarme, spannende Kletterwettkämpfe auszurichten.