Der Arzneimittelmarkt 2024 im Überblick
摘要
Im Überblick zum Arzneimittelmarkt der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Jahr 2024 werden die Gründe für die Bruttoumsatzsteigerung um 7,0 % gegenüber 2023 beschrieben. Die Methode der Komponentenzerlegung identifiziert die strukturelle Veränderung bei den Verordnungen als wichtigsten Umsatztreiber für den durchschnittlichen Wert einer Arzneimittelverordnung. Für diese Umsatzsteigerungen sind insbesondere Verschiebungen hin zu Verordnungen von neuen und hochpreisigen patentgeschützten Arzneimitteln verantwortlich. Im Jahr 2024 entfiel mehr als jeder zweite Euro der Arzneimittelausgaben (53,9 %) auf patentgeschützte Arzneimittel. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Tagesdosen im Patentmarkt, sodass hier immer mehr Geld für immer weniger Versorgung aufzubringen ist. Dies trifft noch stärker auf das stetig wachsende Marktsegment der Arzneimittel für seltene Erkrankungen (Orphan‐Arzneimittel) zu. Diese kommen mit extrem hohen Kosten jeweils nur bei wenigen Patientinnen und Patienten zur Anwendung und machen so einen Versorgungsanteil von 0,08 % nach verordneten Tagesdosen, aber einen Kostenanteil von 13,7 % an den Gesamtkosten aus. Die Dynamik wurde durch 42 Neueinführungen verstärkt, darunter 24 Orphan‐Arzneimittel und sieben Medikamente zur personalisierten medizinischen Behandlung. Die einzelnen Produkte verdeutlichen den Trend zu hochspezifischen, teuren Therapien mit kleinen Zielpopulationen, die den Wert je Verordnung treiben.