Idealerweise sollte jedes Sachbuch anthropologisch gesehen nicht nur auf ein ganz bestimmtes Sachphänomen selbst aufmerksam machen, sondern immer auch darauf, welchen Sitz dieses im konkreten menschlichen Leben beanspruchen kann. Dieser Anspruch lässt sich allerdings faktisch kaum befriedigend erfüllen, da ja jeder menschliche Blick auf einen konkreten Wahrnehmungsgegenstand kein göttlicher Blick von nirgendwo ist, sondern vielmehr ein perspektivisch bedingter Blick, der hinsichtlich seiner Intentionen, Möglichkeiten und Ergebnisse durch seine jeweiligen konkreten individuellen und historischen Sehepunkte bzw. Wahrnehmungsperspektiven vorgeprägt wird. Aus diesem Grunde sind Was-ist-Fragen dann auch weder als reine Sachfragen zu verstehen noch als naive und kaum beantwortbare Kinderfragen.

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Der Problem- und Intentionszusammenhang

  • Wilhelm Köller

摘要

Idealerweise sollte jedes Sachbuch anthropologisch gesehen nicht nur auf ein ganz bestimmtes Sachphänomen selbst aufmerksam machen, sondern immer auch darauf, welchen Sitz dieses im konkreten menschlichen Leben beanspruchen kann. Dieser Anspruch lässt sich allerdings faktisch kaum befriedigend erfüllen, da ja jeder menschliche Blick auf einen konkreten Wahrnehmungsgegenstand kein göttlicher Blick von nirgendwo ist, sondern vielmehr ein perspektivisch bedingter Blick, der hinsichtlich seiner Intentionen, Möglichkeiten und Ergebnisse durch seine jeweiligen konkreten individuellen und historischen Sehepunkte bzw. Wahrnehmungsperspektiven vorgeprägt wird. Aus diesem Grunde sind Was-ist-Fragen dann auch weder als reine Sachfragen zu verstehen noch als naive und kaum beantwortbare Kinderfragen.