Wie bereits ausgeführt, enthält auch ein gesundes Essverhalten Situationen, in denen beispielsweise über den eigentlichen Hunger hinaus gegessen, eine eher ungünstige Nahrungsauswahl getroffen wird oder Essen als Entspannungsmittel dient. In diesem Kapitel sollen Aspekte beleuchtet werden, die über diese situativen Verhaltensweisen hinaus zur Entwicklung von Essstörungen oder auch ihrer Prävention beitragen können. Eine Essstörung entwickelt sich immer über einen längeren Prozess hinweg, sodass für die Entstehung verschiedene Ursachen sowie das Zusammentreffen von mehreren Umständen verantwortlich gemacht werden müssen. So sind genetische Aspekte beispielsweise als Prädisposition zu verstehen, die durch das familiäre Umfeld (z. B. in Form des dort erlebten Essverhaltens oder Schlankheitsdrucks) sowie soziale Aspekte (z. B. ein in sozialen Medien vermitteltes Schlankheitsideal, essensbezogene Werbung) und anderes verstärkt werden kann. Psychologische Aspekte wie die individuelle Körperzufriedenheit, bestimmte Persönlichkeitseigenschaften oder die Art der Emotionsregulation, können weitere Risikofaktoren sein, die die Entstehung einer Essstörung fördern und aufgrund aktueller Ereignisse (z. B. Mobbing, Veränderungen im Umfeld) ausgelöst werden können. Wird durch auslösende Ereignisse oder eine über die Zeit anwachsende Anspannung zu groß, sodass den Betroffenen eine adäquate Bewältigung, das Ignorieren der vorhandenen Probleme oder ähnliches nicht mehr gelingt, kann ein vorher eventuell schon problematisches Essverhalten sich verstärken und zum Beginn einer Essstörung werden. Gleichzeitig haben aus einem beginnenden essgestörten Verhalten entstehende Konsequenzen wie Komplimente nach Gewichtsabnahme oder Hunger aufgrund einer selbst auferlegten Kalorienrestriktion einen die Störung aufrecht erhaltenen oder sogar zuspitzenden Effekt.

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Ursachen und Risikofaktoren von problematischem Essverhalten und Essstörungen

  • Katja Kröller

摘要

Wie bereits ausgeführt, enthält auch ein gesundes Essverhalten Situationen, in denen beispielsweise über den eigentlichen Hunger hinaus gegessen, eine eher ungünstige Nahrungsauswahl getroffen wird oder Essen als Entspannungsmittel dient. In diesem Kapitel sollen Aspekte beleuchtet werden, die über diese situativen Verhaltensweisen hinaus zur Entwicklung von Essstörungen oder auch ihrer Prävention beitragen können. Eine Essstörung entwickelt sich immer über einen längeren Prozess hinweg, sodass für die Entstehung verschiedene Ursachen sowie das Zusammentreffen von mehreren Umständen verantwortlich gemacht werden müssen. So sind genetische Aspekte beispielsweise als Prädisposition zu verstehen, die durch das familiäre Umfeld (z. B. in Form des dort erlebten Essverhaltens oder Schlankheitsdrucks) sowie soziale Aspekte (z. B. ein in sozialen Medien vermitteltes Schlankheitsideal, essensbezogene Werbung) und anderes verstärkt werden kann. Psychologische Aspekte wie die individuelle Körperzufriedenheit, bestimmte Persönlichkeitseigenschaften oder die Art der Emotionsregulation, können weitere Risikofaktoren sein, die die Entstehung einer Essstörung fördern und aufgrund aktueller Ereignisse (z. B. Mobbing, Veränderungen im Umfeld) ausgelöst werden können. Wird durch auslösende Ereignisse oder eine über die Zeit anwachsende Anspannung zu groß, sodass den Betroffenen eine adäquate Bewältigung, das Ignorieren der vorhandenen Probleme oder ähnliches nicht mehr gelingt, kann ein vorher eventuell schon problematisches Essverhalten sich verstärken und zum Beginn einer Essstörung werden. Gleichzeitig haben aus einem beginnenden essgestörten Verhalten entstehende Konsequenzen wie Komplimente nach Gewichtsabnahme oder Hunger aufgrund einer selbst auferlegten Kalorienrestriktion einen die Störung aufrecht erhaltenen oder sogar zuspitzenden Effekt.