Risiko, Versicherungswesen, Absterbeordnungen und mathematische Behandlung von Glücksspielproblemen bis Pascal und Huygens
摘要
Eine zusammenhängende Entwicklung der mathematischen Behandlung zufälliger Ereignisse beginnt erst mit dem Briefwechsel zwischen Pascal und Fermat von 1654. Anders als Pascal und Fermat betrachtet Huygens in seinem 1756 veröffentlichten Traktat, der auf der Grundlage eines „gerechten Spiels" Gewinnerwartungen und dementsprechende Spieleinsätze bestimmt, seine Glücksspielrechnung als Anwendungsgebiet der von Viète und Descartes geschaffenen neuen Algebra. Das durch Lotterien nahegelegte Los- und damit äquivalente Urnenmodell erlaubt die rechnerische Behandlung weiterer risikobehafteter Problembereiche, wie von Leibrenten, Versicherungen oder Erbschaften. Der intellektuelle und wirtschaftliche Hintergrund der Zeit fördert diesen Prozess. Auch durch Erfahrungen mit Spekulationsgeschäften, etwa auf künftige Preisentwicklungen, in den vorangehenden Jahrzehnten wird diese Entwicklung vorbereitet. Die monetäre Bewertung von ungewissen Optionen führt zu einer Entdämonisierung des Zufalls, Spiele werden als äquivalent zu risikobehafteten Geschäften gesehen.