Rainer Martens Werk über die Lebenskunst beginnt mit einer vierfachen Kritik, am Solipsismus, am Unabhängigkeitsdenken, an Beurteilungsmaßstäben und an der Missachtung der Armen der Lebenskunst. Gegen diese kritischen Vorbehalte setzt er seine „geteilte Lebenskunst“ in der es um den Umgang mit den gemeinsamen Bedingungen des Lebens und vor allem um die Praxis eines gemeinsam gelingenden Lebens geht. Wie können Menschen gemeinsam versuchen, wechselseitig ihre Lebensbefähigung hervorzubringen, zu entwickeln, zu stärken und neu zu bestimmen? Hiermit verweist er die Lebenskunst auf die Abhängigkeit vom Anderen als Mensch, als Tod und als Gott. Dabei sind zwei Fragen leitend: Wie lässt sich im Leben Halt gewinnen? Und wird dieser Halt der Lebenskunst nicht notwendigerweise durch eine Poetisierung hervorgebracht? Bewähren muss sich die Lebenskunst für Marten im Bezug zur Armut, denn in ihr kommt das wechselseitige Sich-Brauchen vor allem zum Ausdruck.

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Rainer Marten: Lebenskunst (1993)

  • Jörg Zirfas

摘要

Rainer Martens Werk über die Lebenskunst beginnt mit einer vierfachen Kritik, am Solipsismus, am Unabhängigkeitsdenken, an Beurteilungsmaßstäben und an der Missachtung der Armen der Lebenskunst. Gegen diese kritischen Vorbehalte setzt er seine „geteilte Lebenskunst“ in der es um den Umgang mit den gemeinsamen Bedingungen des Lebens und vor allem um die Praxis eines gemeinsam gelingenden Lebens geht. Wie können Menschen gemeinsam versuchen, wechselseitig ihre Lebensbefähigung hervorzubringen, zu entwickeln, zu stärken und neu zu bestimmen? Hiermit verweist er die Lebenskunst auf die Abhängigkeit vom Anderen als Mensch, als Tod und als Gott. Dabei sind zwei Fragen leitend: Wie lässt sich im Leben Halt gewinnen? Und wird dieser Halt der Lebenskunst nicht notwendigerweise durch eine Poetisierung hervorgebracht? Bewähren muss sich die Lebenskunst für Marten im Bezug zur Armut, denn in ihr kommt das wechselseitige Sich-Brauchen vor allem zum Ausdruck.