Die Antike differenziert zwischen Monarchie, Aristokratie und Demokratie, denen entartete Formen gegenüberstehen (Tyrannis, Oligarchie, Ochlokratie), wobei auch ein Verfassungs-Kreislauf der res publica beschrieben wird (Polybios, Cicero). Angesichts der Kriege im 17. Jahrhundert bekennt sich Thomas Hobbes wie zuvor Jean Bodin zu einer potestas absoluta, die eine Epoche benennen wird. Die Aufklärung fordert Gewaltenteilung, insbesondere durch ihr „Orakel“ Montesquieu, der Friedrich den Großen, Joseph II. und Katharina die Große beeinflusst, aber auch auf die Erklärungen der Rechte in den von England abgefallenen nordamerikanischen Kolonien wirkt. Nach dem Deutschen Bund als losem Staatenbund teilt das monarchisch-parlamentarische Kaiserreich 1871 die Gewalten zwischen Monarchen, Kanzler sowie Reichstag und Reichsrat was die Weimarer Republik übernimmt und sich mit dem gewählten Reichspräsidenten, insbesondere Hindenburg, einen Ersatzmonarchen schafft. Wegen der unnötig verweigerten Regierungsbeteiligung der SPD im Jahre 1930 müssen spätere Reichskanzler ohne Parlamentsmehrheit mit präsidialen Notverordnungen regieren, was über längere Zeit hinweg bedenklich ist. Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit führen bei den Reichstagswahlen im November 1932 zu Stimmengewinnen extremer Parteien und zum Gestaltungsverlust des Präsidenten, der Ende Januar 1933 Hitler zum Reichskanzler ernennt. Durch ihn erlebt Deutschland im 20. Jahrhundert einen Wandel der Staatsform von Monarchie und Republik zur Diktatur mit anschließender Besatzungsherrschaft und Staatsteilung, die jedoch die spätere Wiedervereinigung nicht hindern kann.

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Gewaltenteilung in Geschichte und Gegenwart

  • D. Merten

摘要

Die Antike differenziert zwischen Monarchie, Aristokratie und Demokratie, denen entartete Formen gegenüberstehen (Tyrannis, Oligarchie, Ochlokratie), wobei auch ein Verfassungs-Kreislauf der res publica beschrieben wird (Polybios, Cicero). Angesichts der Kriege im 17. Jahrhundert bekennt sich Thomas Hobbes wie zuvor Jean Bodin zu einer potestas absoluta, die eine Epoche benennen wird. Die Aufklärung fordert Gewaltenteilung, insbesondere durch ihr „Orakel“ Montesquieu, der Friedrich den Großen, Joseph II. und Katharina die Große beeinflusst, aber auch auf die Erklärungen der Rechte in den von England abgefallenen nordamerikanischen Kolonien wirkt. Nach dem Deutschen Bund als losem Staatenbund teilt das monarchisch-parlamentarische Kaiserreich 1871 die Gewalten zwischen Monarchen, Kanzler sowie Reichstag und Reichsrat was die Weimarer Republik übernimmt und sich mit dem gewählten Reichspräsidenten, insbesondere Hindenburg, einen Ersatzmonarchen schafft. Wegen der unnötig verweigerten Regierungsbeteiligung der SPD im Jahre 1930 müssen spätere Reichskanzler ohne Parlamentsmehrheit mit präsidialen Notverordnungen regieren, was über längere Zeit hinweg bedenklich ist. Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit führen bei den Reichstagswahlen im November 1932 zu Stimmengewinnen extremer Parteien und zum Gestaltungsverlust des Präsidenten, der Ende Januar 1933 Hitler zum Reichskanzler ernennt. Durch ihn erlebt Deutschland im 20. Jahrhundert einen Wandel der Staatsform von Monarchie und Republik zur Diktatur mit anschließender Besatzungsherrschaft und Staatsteilung, die jedoch die spätere Wiedervereinigung nicht hindern kann.