Starten wir dieses Kapitel mit einer wahren Geschichte. Anna (Name geändert), 36, eine Frau, die ich vor einigen Jahren im Einzelcoaching betreute, war seit über zehn Jahren im Marketing tätig. Der alte Job hatte sie ausgelaugt, die Stimmung im Unternehmen war aus ihrer Sicht kalt geworden (…) Als sie kündigte, fühlte sie sich befreit, aber sie spürte auch den Druck, schnell etwas Neues finden zu müssen. Zwei Angebote flatterten fast gleichzeitig ins Haus. Das erste kam von einem IT-Unternehmen mitten in der Stadt. Modernes Büro mit Dachterrasse, 20 % mehr Gehalt, Firmenwagen, Jobrad, Obstkorb, junges Team, glänzende Website. Schon beim ersten Gespräch dachte Anna: „Das ist es.“ Das zweite Angebot wirkte fast blass dagegen: ein mittelständisches Familienunternehmen, eher in dörflicher Lage, etwas südlicher von ihrem aktuellen Wohnort, mit funktionalem Büro, keinen Benefits und einer altmodischen Website. Der Geschäftsführer war freundlich, ruhig, zugewandt, aber kein „Menschenfänger“, nichts an dem Unternehmen wirkte aufregend. Meine Klientin war kurz davor, sich für das glänzende Angebot zu entscheiden. Doch irgendetwas ließ sie in unseren Gesprächen zögern. Ich empfahl ihr, sich, wenn möglich, ein wenig „umzuhören“. Das tat sie dann auch. Sie sprach mit einem (zufällig bekannten) ehemaligen Mitarbeiter (via LinkedIn), las Bewertungen, recherchierte tiefer und das Bild begann sich zu verändern. Sie erfuhr von einer hohen Fluktuation, Dauerdruck, 70-Stunden-Wochen. Die Benefits waren weniger ein Bonus als vielmehr Schmerzensgeld. Beim zweiten Unternehmen zeigte sich das Gegenteil. Eher stabile Strukturen, insgesamt langjährige Mitarbeiterschaft, Wertschätzung auf einem soliden Niveau, echte Mitgestaltungsmöglichkeiten. Weniger Glanz, dafür aber mehr Substanz. Anna entschied sich gegen den ersten Eindruck und für das unscheinbare Angebot. Noch heute arbeitet sie für das Unternehmen und ist sehr zufrieden.

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Prinzip 25: Entscheidungsfreude – Klar und entschlossen handeln

  • Sascha B. Dehn

摘要

Starten wir dieses Kapitel mit einer wahren Geschichte. Anna (Name geändert), 36, eine Frau, die ich vor einigen Jahren im Einzelcoaching betreute, war seit über zehn Jahren im Marketing tätig. Der alte Job hatte sie ausgelaugt, die Stimmung im Unternehmen war aus ihrer Sicht kalt geworden (…) Als sie kündigte, fühlte sie sich befreit, aber sie spürte auch den Druck, schnell etwas Neues finden zu müssen. Zwei Angebote flatterten fast gleichzeitig ins Haus. Das erste kam von einem IT-Unternehmen mitten in der Stadt. Modernes Büro mit Dachterrasse, 20 % mehr Gehalt, Firmenwagen, Jobrad, Obstkorb, junges Team, glänzende Website. Schon beim ersten Gespräch dachte Anna: „Das ist es.“ Das zweite Angebot wirkte fast blass dagegen: ein mittelständisches Familienunternehmen, eher in dörflicher Lage, etwas südlicher von ihrem aktuellen Wohnort, mit funktionalem Büro, keinen Benefits und einer altmodischen Website. Der Geschäftsführer war freundlich, ruhig, zugewandt, aber kein „Menschenfänger“, nichts an dem Unternehmen wirkte aufregend. Meine Klientin war kurz davor, sich für das glänzende Angebot zu entscheiden. Doch irgendetwas ließ sie in unseren Gesprächen zögern. Ich empfahl ihr, sich, wenn möglich, ein wenig „umzuhören“. Das tat sie dann auch. Sie sprach mit einem (zufällig bekannten) ehemaligen Mitarbeiter (via LinkedIn), las Bewertungen, recherchierte tiefer und das Bild begann sich zu verändern. Sie erfuhr von einer hohen Fluktuation, Dauerdruck, 70-Stunden-Wochen. Die Benefits waren weniger ein Bonus als vielmehr Schmerzensgeld. Beim zweiten Unternehmen zeigte sich das Gegenteil. Eher stabile Strukturen, insgesamt langjährige Mitarbeiterschaft, Wertschätzung auf einem soliden Niveau, echte Mitgestaltungsmöglichkeiten. Weniger Glanz, dafür aber mehr Substanz. Anna entschied sich gegen den ersten Eindruck und für das unscheinbare Angebot. Noch heute arbeitet sie für das Unternehmen und ist sehr zufrieden.