Ernst Cassirer als Medientheoretiker
摘要
Ernst Cassirer begreift die menschliche Kultur als System symbolischer Formen und rückt in der Konzentration auf den Zeichenprozess mit den Bestimmungen der Symbolisierung als Versinnlichung von Sinn, als Verkörperung von Bedeutung die Medialität aller Kultur in den Blick. Tatsächlich liegt im Anschluss an Cassirer eine medientheoretische Grundlegung der Kultur nahe (Schwemmer 2005). In der Art und Weise, wie er die Generalisierungsstufen seines Ansatzes übergreifend den Begriff des Mediums gebraucht, ist eines der frühen Beispiele für dessen generelle, in den heutigen Verhandlungen in Kultur‐ und Geisteswissenschaften besonders auffällige Tendenz zur changierenden Proliferation zu sehen. Seine zugleich epistemologische und pragmatische Grundlegung der kulturellen Medialität in der Analyse des Bewusstseinsvollzuges als „natürliche Symbolik“ steht dagegen ganz solitär da. Den Charakter von Repräsentation als Grundzug menschlicher Kultur bringt Cassirer auf der denkbar elementaren Ebene zur Geltung, indem er das menschliche Bewusstsein als Ursprung und Modell aller Medien begreift.