Medienphilosophisch ausgerichtete Medienanthropologie geht davon aus, dass, was wir vom Menschlichen wissen, medial mitbestimmt ist, und was wir von Medien wissen, menschlich mitbestimmt ist. Sie geht also davon aus, dass keine harte Grenze zwischen Menschlichem und Medialen, zwischen Lebewesen und Objekten, zwischen Kultur, Natur und Medien mehr aufrecht erhalten werden kann und nicht aufrecht erhalten werden sollte. Medienphilosophische Medienanthropologie perspektiviert stattdessen „existenzbildende Verschränkung[en] von menschlichen und nicht‐menschlichen Faktoren“ (Voss 2019: 33), mit und gegen die grundlegende medienwissenschaftliche Einsicht, dass Medien unsere Lage bestimmen. Ein kritisches Moment macht medienanthropologische Forschung an dieser medienphilosophischen Selbstverständlichkeit immer dann aus, wenn eine mediendeterministische Perspektive riskiert wird, in welcher Medien gewissermaßen in eine hegemoniale Position kommen, die die Möglichkeit der Analyse konkreter relationaler Prozesse einschränken. Um der Analyse der prozessualen und relationalen Modi der Verschränkung von Menschlichem und Medialen einen Begriff zu geben, hat Christiane Voss für die medienphilosophische Medienanthropologie das Konzept der „Anthropomedialität“ vorgeschlagen (Voss 2019; 2015; 2010).

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Medienanthropologie

  • Jasmin Degeling

摘要

Medienphilosophisch ausgerichtete Medienanthropologie geht davon aus, dass, was wir vom Menschlichen wissen, medial mitbestimmt ist, und was wir von Medien wissen, menschlich mitbestimmt ist. Sie geht also davon aus, dass keine harte Grenze zwischen Menschlichem und Medialen, zwischen Lebewesen und Objekten, zwischen Kultur, Natur und Medien mehr aufrecht erhalten werden kann und nicht aufrecht erhalten werden sollte. Medienphilosophische Medienanthropologie perspektiviert stattdessen „existenzbildende Verschränkung[en] von menschlichen und nicht‐menschlichen Faktoren“ (Voss 2019: 33), mit und gegen die grundlegende medienwissenschaftliche Einsicht, dass Medien unsere Lage bestimmen. Ein kritisches Moment macht medienanthropologische Forschung an dieser medienphilosophischen Selbstverständlichkeit immer dann aus, wenn eine mediendeterministische Perspektive riskiert wird, in welcher Medien gewissermaßen in eine hegemoniale Position kommen, die die Möglichkeit der Analyse konkreter relationaler Prozesse einschränken. Um der Analyse der prozessualen und relationalen Modi der Verschränkung von Menschlichem und Medialen einen Begriff zu geben, hat Christiane Voss für die medienphilosophische Medienanthropologie das Konzept der „Anthropomedialität“ vorgeschlagen (Voss 2019; 2015; 2010).