Analytische Medienphilosophie
摘要
Analytische Medienphilosophie führt ein Schattendasein, praktisch existiert sie nur als Randphänomen im weiten Feld der Medienphilosophie, die sich vornehmlich strukturalistisch oder poststrukturalistisch, phänomenologisch oder technik‐ bzw. sozial‐philosophisch begreift, tingiert allenfalls von kritischer Theorie. Gleichwohl sind einige der grundlegendsten philosophischen Durchdringungen der Probleme der Medialität und die Grundlegungsfragen der medialen Organisation in einzelnen ‚Medien‘ als diversen strukturellen Kommunikationssystemen im Rahmen analytischer Philosophie zu verorten. Allerdings versteht analytische Philosophie, trotz heutzutage ausufernder Schulorganisation, sich selbst kaum noch und stellt sich die aparte Frage: ‚Gibt es uns denn (noch?)?‘ Oder, wie der analytische Philosoph Hans‐Johann Glock (2009: 278) freundlicher formuliert: „Ist ‚analytische Philosophie‘ noch eine nützliche Kategorie?“ Im Folgenden werden einige Gründe für das Paradoxon skizziert, dass einerseits analytische Medienphilosophie eher als medienphilosophisches Mauerblümchen blüht, andererseits einige der fundamentalsten und wirkmächtigsten medienrelevanten Reflexionen – Medienphilosophie im weiteren, nicht namentlich etikettierten Sinn – dem weiten Feld analytischer Philosophie zugerechnet werden müssen. Eine programmatische analytische Philosophie der Medien oder der Medialität, die solches durch einen entsprechenden Titel anzeigen würde, gibt es allerdings nicht.