Medienphilosophie – eine Einführung
摘要
Zu Beginn des Jahrtausends machte im deutschen Sprachraum die Medienphilosophie als neue philosophische Subdisziplin von sich reden. Im angelsächsischen Kulturkreis hat sich die Rede von einer „Philosophy of Media“ oder einer „Media Philosophy“ nicht eingebürgert; hierzulande hat sich Medienphilosophie als akademischer Forschungs- und Lehrbereich etabliert. Der Name steht für zwei Ansätze: zum einen für eine Arbeitshaltung, die sich mit philosophischer Methodik einem neu erschlossenen Phänomenbereich zuwendet, um ihn zu erklären, zu verstehen, zu beschreiben, zu kritisieren oder zu bewerten; zum anderen dafür, dass über und durch die Wahl jenes Phänomenbereichs ein neues philosophisches Paradigma begründet werden soll. ‚Medienphilosophie‘ ist dann ‚Philosophie der Medien‘ oder ‚mediale Philosophie‘, und nicht lediglich ein Philosophieren über einen Gegenstand namens ‚Medien‘. Während sich die Medienwissenschaft an Empirie und empirischen Forschungsmethoden orientiert und Medientheorien sich an Bezugswissenschaften wie Literatur- und Kulturwissenschaft, Soziologie, Philosophie und Psychologie abarbeiten, ist Medienphilosophie die begrifflich-kategoriale Klärung der Grundlagen dessen, was unter einem Medium zu verstehen ist. Medien sind in der Gesellschaft der Gegenwart Träger, Speicher und Vermittler von potentiell selbstbestimmter Verständigung; zugleich tragen sie jedoch zu deren Verhinderung bei, indem öffentliches, gesellschaftliches Potential durch die private Aneignung des Mehrwerts blockiert wird, der mittels Medien produziert wird.