Ein Familienunternehmen zu übernehmen war für Frauen in der Vergangenheit häufig an Bedingungen geknüpft: Rollenzuschreibungen, Work-Care-Dilemma und tradierte Muster, durch die sie mit dem Prädikat ‚Ausnahme‘ belegt wurden. Die Möglichkeiten zur freien Gestaltung blieben dadurch begrenzter. Dieses Kapitel zeigt, welche Freiräume heute für Unternehmerinnen entstanden sind und wie diese genutzt werden. Verbindung von Familie und Unternehmen sowie Sichtbarkeit durch Netzwerke nehmen eine Schlüsselfunktion ein. Immer mehr Frauen gestalten ihr unternehmerisches Leben so, dass Work-Care-Integration gelingt. Sie erschaffen Strukturen, in denen Care-Arbeit und Führungsverantwortung nicht im Widerspruch stehen. Im Sinne der Erkenntnis von Mary Beard: „Wenn Frauen nicht innerhalb der Machtstrukturen wahrgenommen werden, müsste dann nicht statt der Frauen die Macht neu definiert werden?“ (Beard in Frauen und Macht. Ein Manifest (Übers. Ursula Blank-Sangmeister). S. Fischer, 2018), gestalten sie Macht neu – als Prinzip geteilter Verantwortung. Gleichzeitig gewinnen sie durch eine neue Form des Netzwerkens an Sichtbarkeit, Einfluss und Selbstwirksamkeit. Diese Netzwerke sind mehr als Kontaktpflege. Sie sind Resonanzraum, strategisches Werkzeug und Schlüssel zur Positionierung in Wirtschaft und Gesellschaft. Sichtbarkeit wird dabei zur entscheidenden Ressource: Wer gesehen wird, wird gehört und kann gestalten. Ein Kapitel über strukturelle Veränderungen, persönliche Spielräume und das, was möglich wird, wenn Unternehmerinnen sich vernetzen, unterstützen und gegenseitig stärken.

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Freiräume – „Lasst es weit werden!“

  • Daniela Jäkel-Wurzer

摘要

Ein Familienunternehmen zu übernehmen war für Frauen in der Vergangenheit häufig an Bedingungen geknüpft: Rollenzuschreibungen, Work-Care-Dilemma und tradierte Muster, durch die sie mit dem Prädikat ‚Ausnahme‘ belegt wurden. Die Möglichkeiten zur freien Gestaltung blieben dadurch begrenzter. Dieses Kapitel zeigt, welche Freiräume heute für Unternehmerinnen entstanden sind und wie diese genutzt werden. Verbindung von Familie und Unternehmen sowie Sichtbarkeit durch Netzwerke nehmen eine Schlüsselfunktion ein. Immer mehr Frauen gestalten ihr unternehmerisches Leben so, dass Work-Care-Integration gelingt. Sie erschaffen Strukturen, in denen Care-Arbeit und Führungsverantwortung nicht im Widerspruch stehen. Im Sinne der Erkenntnis von Mary Beard: „Wenn Frauen nicht innerhalb der Machtstrukturen wahrgenommen werden, müsste dann nicht statt der Frauen die Macht neu definiert werden?“ (Beard in Frauen und Macht. Ein Manifest (Übers. Ursula Blank-Sangmeister). S. Fischer, 2018), gestalten sie Macht neu – als Prinzip geteilter Verantwortung. Gleichzeitig gewinnen sie durch eine neue Form des Netzwerkens an Sichtbarkeit, Einfluss und Selbstwirksamkeit. Diese Netzwerke sind mehr als Kontaktpflege. Sie sind Resonanzraum, strategisches Werkzeug und Schlüssel zur Positionierung in Wirtschaft und Gesellschaft. Sichtbarkeit wird dabei zur entscheidenden Ressource: Wer gesehen wird, wird gehört und kann gestalten. Ein Kapitel über strukturelle Veränderungen, persönliche Spielräume und das, was möglich wird, wenn Unternehmerinnen sich vernetzen, unterstützen und gegenseitig stärken.