Siebentes Hauptstück. Weib und Kind
摘要
Das siebte Hauptstück (61 Aphorismen) behandelt Ehe, Familie und Nachkommenschaft. Nietzsche äußert sich kritisch bis abwertend über das weibliche Geschlecht, über Ehe und Elternrollen. Seine Entzauberung der romantischen Beziehung enthüllt allerdings, dass er selbst wohl eher dem Bild einer romantischen Ehe zugeneigt ist als dies auf den Großteil der Bevölkerung seiner Zeit zutrifft, für die die Ehe zumeist durch eine strategische Heiratspolitik zustande kommt und eine pragmatische Zweckgemeinschaft darstellt. Seine autobiographisch gefärbten Ansichten kontrastieren mit der Tiefe der vorigen Hauptstücke, markieren aber den Versuch, das Private philosophisch zu bedenken. In metaphorischer Lesart erscheint das ›Weib‹ als Weisheit, das ›Kind‹ als Gedanke oder Werk. Die Beziehung zwischen Philosoph und Weisheit wird als erotisches Verhältnis gedeutet, in dem Gedanken gezeugt und in Schriften geboren werden. Damit stellt Nietzsche die Frage, wie der Philosoph zu ›seiner‹ Weisheit und seinen geistigen ›Kindern‹ steht – und ob das philosophische Leben Opfer fordert.