In Einklang mit der sog. Replication-Methode untersucht Kap. 6 die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden im Fall Amri anhand der zuvor aufgezeigten Defizite. Dazu orientiert sich das Kapitel an der Struktur des vorherigen Kapitels. In einem zusätzlichen Schritt wird die Auswirkung der Kooperationsmechanismen untersucht, die nach der Aufarbeitung der Geschehnisse um den sog. NSU eingerichtet wurden. Die Fallstudie belegt, dass sich im Fall Amri dieselben Defizite erkennen lassen wie im Fall um den sog. NSU. Die Studie kristallisiert heraus, dass wiederum die vorhandenen Kooperations- und Koordinationsmechanismen nicht (ausreichend) genutzt und Pflichten zum Austausch von Informationen nicht berücksichtigt wurden. Dies gilt, wie die Fallstudie aufzeigt, auch für die zum damaligen Zeitpunkt neuen Kooperationsmechanismen in Gestalt von Gemeinsamen Zentren und Datenbanken wurden. Andererseits wird herausgestellt, dass jedenfalls zum Teil effektive Mechanismen fehlten: Die Studie bemängelt das Fehlen einheitlicher Standards, von klaren Zuständigkeitsabgrenzungen und von effektiver Kontrolle. Es wird argumentiert, dass sich diese Erkenntnisse insofern mit denen der ersten Fallstudie decken. Als zusätzliches Defizit werden veraltete Strukturen identifiziert, die in der Aufteilung zwischen innerer und äußerer Sicherheit (jedenfalls in der Terrorismusbekämpfung) bestehen. Das Kapitel argumentiert, dass diese Aufteilung – wie im Fall Amri sichtbar, bei dem ein mutmaßlicher Mittäter sich in Libyen aufhielt und mit Amri über einen Messengerdienst kommunizierte – die aktuellen Entwicklungen nicht mehr abbildet. Auch dieses Kapitel schließt mit einer Darstellung der im Nachgang ergriffenen Reformen.

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Fallstudie zum Anschlag auf dem Breitscheidplatz („Fall Amri“)

  • Theresa Ackermann

摘要

In Einklang mit der sog. Replication-Methode untersucht Kap. 6 die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden im Fall Amri anhand der zuvor aufgezeigten Defizite. Dazu orientiert sich das Kapitel an der Struktur des vorherigen Kapitels. In einem zusätzlichen Schritt wird die Auswirkung der Kooperationsmechanismen untersucht, die nach der Aufarbeitung der Geschehnisse um den sog. NSU eingerichtet wurden. Die Fallstudie belegt, dass sich im Fall Amri dieselben Defizite erkennen lassen wie im Fall um den sog. NSU. Die Studie kristallisiert heraus, dass wiederum die vorhandenen Kooperations- und Koordinationsmechanismen nicht (ausreichend) genutzt und Pflichten zum Austausch von Informationen nicht berücksichtigt wurden. Dies gilt, wie die Fallstudie aufzeigt, auch für die zum damaligen Zeitpunkt neuen Kooperationsmechanismen in Gestalt von Gemeinsamen Zentren und Datenbanken wurden. Andererseits wird herausgestellt, dass jedenfalls zum Teil effektive Mechanismen fehlten: Die Studie bemängelt das Fehlen einheitlicher Standards, von klaren Zuständigkeitsabgrenzungen und von effektiver Kontrolle. Es wird argumentiert, dass sich diese Erkenntnisse insofern mit denen der ersten Fallstudie decken. Als zusätzliches Defizit werden veraltete Strukturen identifiziert, die in der Aufteilung zwischen innerer und äußerer Sicherheit (jedenfalls in der Terrorismusbekämpfung) bestehen. Das Kapitel argumentiert, dass diese Aufteilung – wie im Fall Amri sichtbar, bei dem ein mutmaßlicher Mittäter sich in Libyen aufhielt und mit Amri über einen Messengerdienst kommunizierte – die aktuellen Entwicklungen nicht mehr abbildet. Auch dieses Kapitel schließt mit einer Darstellung der im Nachgang ergriffenen Reformen.