Schritt für Schritt zur Amyloid-Kaskaden-Hypothese der Alzheimer-Krankheit
摘要
Nach dem entscheidenden Jahr 1987 wurde viele weitere Daten zur Biologie des Amyloid-Beta-Peptids angehäuft und in 1992 auch die Amyloid-Kaskaden-Hypothese vorgestellt. Diese Hypothese schreibt dem Amyloid-Beta-Protein (bis heute übrigens) die zentrale Rolle als initialer Auslöser einer Kaskade pathogener Ereignisse zu, die am Ende zur Neurodegeneration und Demenz führen. In den 15 Jahren von 1984 bis 1999 wurde das ‚Amyloid-Puzzle‘ Schritt für Schritt zusammengefügt: Genetik, Pathologie, Zellbiologie präsentierten sich ergänzende Befunde, die die pathologische Amyloid-getriebene Kaskade von Ereignissen, die zur Alzheimer-Demenz führen sollen, bestätigten. Nach dem Start der Amyloid-Kaskaden-Hypothese im Jahr 1992 entwickelte sich mit den anschließenden 10 Jahren bis 2002 eine wirklich heiße Phase, die vor allem zu weiteren Verfeinerungen der Amyloid-Kaskade führte. Im Jahr 2002 wurde dann ein erster aktiver Immunisierungsansatz durchgeführt, der darauf abzielte, Amyloid aus dem Gehirn zu entfernen. Bemerkenswerte neue Befunde kamen aus der Humangenetik, die Hinweise lieferte, dass Mutationen im APP Gen mit dominant vererbten familiären Formen der Krankheit in Verbindung stehen. Anschließend wurden zwei weitere Gene als ‚Alzheimer-Gene‘ identifiziert (Presenilin 1/PSEN1 und 2/PSEN2). Für alle Gene, die von Mutationen betroffen sind, wurde auch eine biochemische Verbindung zur Amyloid-Biochemie aufgedeckt. Die enzymatische Maschinerie, die Amyloid-Beta aus APP herausschneidet, wurde entschlüsselt. Transgene Mäuse, die menschliche Mutationen von APP, PSEN1 oder PSEN2 tragen, wurden etabliert, um einzelne Abschnitte des pathologischen Weges im Tiermodell nachzuahmen. Dazu kam eine ungemeine Fülle von Neurotoxizitätsstudien, bei denen Amyloid-Beta-Fragmente zu Nervenzellen in der Petri-Schale gegeben oder in das Gehirn von Nagetieren injiziert wurden. Bei dieser Überzahl an auf Amyloid fokussierten Studien und der allgemeinen Bewertung gingen leider wesentliche andere und für die Krankheit höchst relevanter Befunde, wie etwa die Aufdeckung des APOE4-Allels als penetranter genetischer Risikofaktor und die Klärung der Störung endosomaler-lysosomaler Wege als sehr frühes Ereignis in der Alzheimer-Pathogenese, im ‚Amyloid-Rauschen‘ unter. Die Dominanz der Amyloid-Beta-Forschung überstrahlte fast alles und die Alzheimer-Forschung wurde in diesen Jahren mehr und mehr zur ‚Amyloid-Forschung‘.