Der Neustart der Alzheimer-Forschung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hauptsächlich in den USA vorangetrieben. Anfangs beschrieb die eher histopathologisch ausgerichtete Forschung vor allem morphologische Anomalien und Merkmale, die dieser präsenilen Form der Demenz („Alzheimer-Krankheit“) zugeschrieben wurden. Hauptaugenmerk lag dabei auf die von Alois Alzheimer im Gehirn von Auguste Deter gefundenen Plaques und Tangles. Zunächst wurden kaum Versuche unternommen, aus den histopathologischen Befunden Schlussfolgerungen für die eigentliche Krankheitsentstehung zu ziehen, oder eine These zur Entstehung der Krankheit zu präsentieren. Erst 1948 führte Louis Goodman eine erste ausführliche Diskussion über mögliche Ursachen dieser Krankheit. Dabei gingen seine Schlussfolgerungen interessanterweise weit über die Plaques und Tangles hinaus. Auch diskutierte er mögliche Unterschiede zwischen der Alzheimer-Krankheit und der bereits lange bekannten senilen Demenz, adressierte mögliche metabolische Grundlagen dieser Gehirnerkrankung, und spekulierte dabei sogar auch über eine mögliche Rolle der Mikroglia-Immunzellen im Gehirn sowie einer gestörten Eisen-Homöostase. Ein paar Jahre später wurde dann eine weitere Anomalie des Alzheimer-Gewebes, die granulovakuoläre Degeneration, in den Fokus des Forschungsfeldes gerückt. Einige Entdeckungen aus den Jahren nach der Wiederaufnahme der Alzheimer-Forschung waren aus heutiger Sicht von sehr hoher Bedeutung, erreichten damals aber leider nicht die Prominenz und Aufmerksamkeit von Plaques und Tangles; viele wurden erst in den letzten Jahren verstärkt wiederentdeckt.

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Alzheimer-Forschung nach 1945: Die Wiederaufnahme

  • Christian Behl

摘要

Der Neustart der Alzheimer-Forschung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hauptsächlich in den USA vorangetrieben. Anfangs beschrieb die eher histopathologisch ausgerichtete Forschung vor allem morphologische Anomalien und Merkmale, die dieser präsenilen Form der Demenz („Alzheimer-Krankheit“) zugeschrieben wurden. Hauptaugenmerk lag dabei auf die von Alois Alzheimer im Gehirn von Auguste Deter gefundenen Plaques und Tangles. Zunächst wurden kaum Versuche unternommen, aus den histopathologischen Befunden Schlussfolgerungen für die eigentliche Krankheitsentstehung zu ziehen, oder eine These zur Entstehung der Krankheit zu präsentieren. Erst 1948 führte Louis Goodman eine erste ausführliche Diskussion über mögliche Ursachen dieser Krankheit. Dabei gingen seine Schlussfolgerungen interessanterweise weit über die Plaques und Tangles hinaus. Auch diskutierte er mögliche Unterschiede zwischen der Alzheimer-Krankheit und der bereits lange bekannten senilen Demenz, adressierte mögliche metabolische Grundlagen dieser Gehirnerkrankung, und spekulierte dabei sogar auch über eine mögliche Rolle der Mikroglia-Immunzellen im Gehirn sowie einer gestörten Eisen-Homöostase. Ein paar Jahre später wurde dann eine weitere Anomalie des Alzheimer-Gewebes, die granulovakuoläre Degeneration, in den Fokus des Forschungsfeldes gerückt. Einige Entdeckungen aus den Jahren nach der Wiederaufnahme der Alzheimer-Forschung waren aus heutiger Sicht von sehr hoher Bedeutung, erreichten damals aber leider nicht die Prominenz und Aufmerksamkeit von Plaques und Tangles; viele wurden erst in den letzten Jahren verstärkt wiederentdeckt.