Die Amyloid-Forschung zieht weitere Kreise und nimmt Fahrt auf
摘要
Ab den 1990/2000er-Jahren standen viele andere relevante Befunde im langen Schatten der Alzheimer-Forschung, die auf die Amyloid- und Tau-Biologie setzte. Viele Erkenntnisse wurden stets im Licht von Amyloid und Tau betrachtet, so etwa auch die Rolle der verschiedenen APOE-Genotypen als Risiko- und Schutzfaktoren (ApoE4 und ApoE2) oder der Einfluss neurovaskulärer Veränderungen. Mit wegweisenden Berichten über den ‚Triggering Receptor Expressed on Myeloid Cells 2‘ (TREM2) als neuen genetischen Alzheimer-Risikofaktor rückte die Mikroglia, Immunzellen des Gehirns, in den Fokus der Alzheimer-Forschung. Darüber hinaus hielt man weitestgehend an der Konzentration auf Amyloid fest. Einblicke in eine Neurotoxizität von Amyloid wurden vorgelegt und das ‚Amyloid-Oligomer-Konzept‘ entwickelt. Zusätzlich wurde auch Design und Herstellung von Anti-Tau-Antikörpern als Therapieansatz vorangetrieben. Bestätigten fast alle zusätzlichen Aspekte irgendwie dann doch wieder vor allem eine zentrale pathogene Rolle von Aß, konzentrierte sich das Feld dann nach und nach auch auf die unverstandenen physiologischen Rollen von APP. Aufgrund des fast ausschließlichen Fokus auf APP als pathologisches Substrat für die Bildung von Amyloid-Peptiden, ist auch bis heute noch wenig über die physiologische Funktion des APP im Gehirn bekannt. Von vielen Seiten beteuert, war angesichts der laufenden Investitionen in eine Therapie, die ausschließlich auf die Beseitigung des Amyloid-Peptids abzielt, viel mehr Anstrengung zur Klärung der physiologischen Funktionen von APP aber auch von Aß selbst erforderlich.