Fokus auf Tauopathien und mehr
摘要
Die Alzheimer-Krankheit ist ein Tauopathie, die wie andere durch eine Tau- und Tangle (NFT) Pathologie gekennzeichnet ist. Auf der Grundlage umfangreicher anatomischer Arbeiten kann die pathologische Dynamik der Alzheimer-Krankheit ausschließlich durch Analyse der Entwicklung der Tangles in den verschiedenen Gehirnbereichen definiert werden. Das Braak-Staging ist genau eine solche auf Tau konzentrierte histologische Verlaufsbetrachtung. Ein alternatives später vorgeschlagenes Modell ist das Thal-Staging, das sich dann wiederum auf die Ablagerungsdynamik von Amyloid-Beta im Gehirn konzentriert. Damit behandeln zwei anatomische Staging-Modelle die beiden pathologischen Hauptmerkmale der Alzheimer-Krankheit unabhängig voneinander. Verschiedene neuropathologische Studien unterstreichen, dass die Ablagerung von Tau-Protein der des Amyloid-Beta-Proteins vorausgeht, was die Reihenfolge der von der Amyloid-Kaskaden-Hypothese vorgeschlagenen Ereignisse umkehrt. Betrachtet man aber die Krankheitspathogenese einmal völlig unabhängig von diesen beiden Proteinen und wendet evolutionäre Überlegungen an, ergibt sich ein völlig anderes Bild der Pathogenese der Krankheit: Alzheimer als eine ausschließlich menschliche Krankheit ist eine Fehlfunktion solcher Gehirnareale, die sich spät in der Entwicklung (Gehirnevolution) etabliert haben; es stellt sich somit die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Verwendung von Mausmodellen zur Nachahmung dieser Gehirnkrankheit des Menschen. Molekulare Evolutionsstudien auf der Ebene der Genstruktur erweiterten zudem diese Sichtweise und brachten den zusätzlichen Aspekt der adaptiven Evolution von Gen-Strukturen und Genregulation vor. Diese Befunde drängen darauf, die Alzheimer-Krankheit als eine hochkomplexe Krankheit höherer menschlicher Gehirnfunktionen zu adressieren, die wohl eher nicht durch eine eindimensionale lineare Ursache-Wirkungs-Hypothese erklärt werden kann.