Der Weg aus der „Schwermuth“
摘要
Das Madonnengedicht ist Ausdruck einer existenziellen dichterischen Krise des Ichs, das sich als schwermütig bezeichnet. Seine idealistische Dichtung hat ins Verstummen geführt. In der im Gedicht vollzogenen Überwindung dieses tragischen Leids zeigt sich Hölderlins dichterische Entwicklung: Das noch im Dritten Entwurf des „Empedokles“ ungelöste Problem des Tragischen wird in der Lyrik aufgelöst, die dem tragischen Tod die erlösende Botschaft im Wort folgen lässt. Die Madonna der Dichtung steht für eine Versöhnung von Ideal und Leben und damit für eine in die Zukunft weisende Dichtung, die Leid als produktive Erkenntnis wertet und den in die Tragik führenden subjektiven Idealismus in einen „objektiven“ verwandelt, der die empirische Wirklichkeit als Wirkfaktor in die Dichtung aufnimmt. Der poetische Weg aus der Schwermut markiert den Aufbruch in eine neue, die Wirklichkeit mit dem Ideal vermittelnde Haltung des Dichters, der seinen eigenen Glücksanspruch überwindet.