Eigener Forschungsansatz
摘要
Im Unterschied zu den vorliegenden Forschungsarbeiten wird das Madonnengedicht als Monografie in möglichst vielen seiner inhaltlichen und formalen Strukturen analysiert. Dabei greift die Deutung die poetologischen Vorentscheidungen Hölderlins auf und befragt sie auf ihre Aussagekraft für ein gültiges Textverständnis. Die „Ratlosigkeit“ (Port) in der Forschung kann nur überwunden werden, wenn die Madonna als ein dichterisches „Bild“ verstanden wird, dessen Aussage sich im Kontext der Hölderlinschen Poetologie entwickelt, die den „Geist der Zeit“ um 1800 reflektiert. Es wird vermutet, dass die Madonna der Dichtung als eine Vermittlerin zwischen Vergangenheit und Zukunft, Natur und Geist, Gefühl und Erkenntnis einen im Gedicht vorgeführten und vollzogenen Erkenntnisprozess organisiert, der nach dem Scheitern idealistischer Tendenzen eine wieder gültige Dichtung ermöglicht, die „wahr“ ist und der in der nachrevolutionären Zeit eine „heilende“ Funktion zukommt.