Vorbemerkungen zur Sprache
摘要
Der Geist ist die alles Seiende durchfließende kosmische Lebensenergie, an der insbesondere der kreative Künstler teilhat, der in der Be-Geisterung den Bildungs- und Kulturgang vorantreibt im Interesse einer wiederherzustellenden Harmonie zwischen Ich und Welt. Als Lebensenergie ist der Geist das „Einige und Einigende“, der Urgrund allen Seins und ein universales kosmisches Ordnungsprinzip, das Hölderlin auch als „Gott“ bezeichnet. Dabei greift er zurück auf platonische und vor allem spinozistische Vorstellungen einer kosmischen Ordnung, die sich auch im gesellschaftlichen Bereich widerspiegeln soll. Es ist die Aufgabe von Dichtung, dem Menschen um 1800 diesen Weg in seine ursprüngliche „Heimat“ aufzuzeigen, damit er wieder neu „beheimatet“ und „in der Wahrheit“ ist. „Wahrheit“ ist ein ontologischer Begriff, der zu „Gott“ oder zum „Heil“ führt. Auf diesem Weg kann der Mensch „irren“. Er bleibt ein beschwerliches „Tagwerk“.