Sprache und „Wohlklang“
摘要
Im freien Zusammenspiel von Metrum, Rhythmus, Klang, Syntax und Wortbedeutung erzeugt das Gedicht den „Wohlklang“, in dem abendländische und antike Strukturen sich zu einem „poetischer Logik“ folgenden „Eigenrhythmus“ verbinden, der beim Rezipienten auf einen „Totaleindruk“ zielt. Das Gedicht wird zu einem Gefühl und Denken verbindenden Gesamtkunstwerk, in dem sich der gemeinschaftsstiftende „Gesang“ ankündigt. Sprache wird zum Träger eines utopischen Geists, der das Zukünftige erfahr- und erlebbar macht. Im freien Rückgriff sowohl auf das lutherische Fürbittengebet als auch auf Strukturen der Redekunst entwickelt Hölderlin ein auf Wirkung zielendes oratorisches Gedicht, das der lutherischen „Worttheologie“ auch deshalb verpflichtet bleibt, weil es auf Erkenntnis und nicht auf ein mystisches Erleben zielt.