Die Sprache im Gedicht ist kein Mitteilungsinstrument und kein Ausdruck lyrischer Subjektivität. Sie ist „schöne Rede“, weil sie die Gegensätze im Verhältnis des Menschen zur Welt in einem metaphysisch-ontologisch begründeten strukturierten Verfahren harmonisch „zusammenstimmt“ und auf diese Weise die lebenspendenden Bewegungen des Geistes im universalen Kosmos im poetischen Wort nachbildet und wirken lässt. Damit holt die „schöne“ Sprache den Menschen aus seiner Begrenzung durch das Wirkliche und Augenblickliche. Das Gedicht ist eine Art Partitur, die als ein lexikalisch und metrisch-rhythmisch strukturierter Klang- und Denkraum im Zusammenspiel der „Töne“ Harmonie und damit Schönheit schafft. In der Wirkung stellt dies die Voraussetzung her für eine sich im „Totaleindruck“ vollziehende Bewegung des Hörers und Lesers in die Zukunft hinein. Als „inspiriertes Wort“ nimmt die Sprache den Rezipienten in diese Bewegung des Geists auf und lässt ihn sich neu „beheimaten“.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Die Madonna und die schöne Sprache

  • Eveline Quentmeier

摘要

Die Sprache im Gedicht ist kein Mitteilungsinstrument und kein Ausdruck lyrischer Subjektivität. Sie ist „schöne Rede“, weil sie die Gegensätze im Verhältnis des Menschen zur Welt in einem metaphysisch-ontologisch begründeten strukturierten Verfahren harmonisch „zusammenstimmt“ und auf diese Weise die lebenspendenden Bewegungen des Geistes im universalen Kosmos im poetischen Wort nachbildet und wirken lässt. Damit holt die „schöne“ Sprache den Menschen aus seiner Begrenzung durch das Wirkliche und Augenblickliche. Das Gedicht ist eine Art Partitur, die als ein lexikalisch und metrisch-rhythmisch strukturierter Klang- und Denkraum im Zusammenspiel der „Töne“ Harmonie und damit Schönheit schafft. In der Wirkung stellt dies die Voraussetzung her für eine sich im „Totaleindruck“ vollziehende Bewegung des Hörers und Lesers in die Zukunft hinein. Als „inspiriertes Wort“ nimmt die Sprache den Rezipienten in diese Bewegung des Geists auf und lässt ihn sich neu „beheimaten“.