Die Madonna im „Geist der Zeit“
摘要
Madonnendichtung steht nach 1800 im Spannungsfeld historischer Umbrüche und existenzieller Verunsicherung. Sie weist einen in der Zeit begehbaren Weg zur Freiheit auf und wird so zu einer der menschlichen Existenz in der Geschichte einen Sinn gebenden Vermittlerin zwischen Vergangenheit und Zukunft. Sie steht für Hoffnung, für das Weibliche als schöpferisches Prinzip, das „Wachstum“ der Liebe und nicht der Gewalt verdankt, und für eine neue Bescheidenheit, mit der eine allzu idealistisch-hymnische Dichtung überwunden wird. Madonnendichtung ist integriert in einen Bildungsprozess, der ethisches Handeln entwickelt als Grundlage für ein zukünftiges „Vaterland“ freier Menschen. Die poetische Madonna schafft langfristig eine „bewohnbare“ Welt. Als Botschafterin einer zukünftigen Zeit spricht sie eine Sprache, die im „Rätselwort“ die Bindung an Gewohnheiten und Traditionen sprengt. Dank dieser Öffnung ereignet sich in der Dichtung das die Realität in Frage stellende „Wunder“ der Liebe.