Soziale Medien intermedial erzählt
摘要
Die gegenwärtige Omnipräsenz der Sozialen Medien beeinflusst unsere Lese- und Schreibgewohnheiten massiv. Sie werden im öffentlichen Diskurs als aggressiv agierende Meinungsmacht mit disruptivem Potenzial wahrgenommen. Ihre Funktionsmechanismen – Singularisierung durch Aufmerksamkeit, Postnarrativik durch Faktizität, Projekthaftigkeit und instantanes Schreiben – werden in den Romanen Tick Tack (2022) von Julia von Lucadou, Lauter Ghosts (2023) von Ulrike Schrimpf und Content (2024) von Elias Hirschl auf der Ebene der histoire und des discours ästhetisiert, um eben dieses disruptive Potenzial zu verdeutlichen. Sie thematisieren die Schattenseiten von Sozialen Medien sowie ihre Auswirkungen auf Individuen und Gesellschaft und zeigen, wie Menschen sich in dem Sog der Plattformen verlieren, mit weitreichenden Auswirkungen auf die Selbstwahrnehmung, Authentizität und Identität.