Der Beitrag thematisiert zunächst den Diskurs über ‚Maschinentexte‘ im Rekurs auf Philipp Schönthalers These einer gegenwärtigen – auch literarischen – ‚Romantisierung der Maschine‘, die er exemplarisch an Kehlmanns Text Mein Algorithmus und Ich aufzeigt. Davon abgegrenzt wird das Konzept der ‚postdigitalen Literatur‘, in dem der technische Aspekt der Digitalisierung zugunsten ihrer Implikationen für Sozialstrukturen, Wahrnehmung, Textualität sowie einer Grenzverwischung von fiktionaler Diegese und ‚Realität‘ zurücktritt. Ein solcher Ansatz wird exemplarisch anhand des Werks von Clemens J. Setz analysiert. Zum einen werden essayistische Texte von Setz herangezogen, in denen er digitale Phänomene wie Glitches oder Drohnenvideos als ‚unfreiwillige Kunstwerke‘ liest, zum anderen wird seine postdigitale Medienreflexion auf der Basis des Romans Die Stunde zwischen Frau und Gitarre rekonstruiert.

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Lektüren digitaler Phänomene. ‚Romantische Maschinen‘ und postdigitale Medienreflexion bei Clemens J. Setz

  • Susanne Düwell

摘要

Der Beitrag thematisiert zunächst den Diskurs über ‚Maschinentexte‘ im Rekurs auf Philipp Schönthalers These einer gegenwärtigen – auch literarischen – ‚Romantisierung der Maschine‘, die er exemplarisch an Kehlmanns Text Mein Algorithmus und Ich aufzeigt. Davon abgegrenzt wird das Konzept der ‚postdigitalen Literatur‘, in dem der technische Aspekt der Digitalisierung zugunsten ihrer Implikationen für Sozialstrukturen, Wahrnehmung, Textualität sowie einer Grenzverwischung von fiktionaler Diegese und ‚Realität‘ zurücktritt. Ein solcher Ansatz wird exemplarisch anhand des Werks von Clemens J. Setz analysiert. Zum einen werden essayistische Texte von Setz herangezogen, in denen er digitale Phänomene wie Glitches oder Drohnenvideos als ‚unfreiwillige Kunstwerke‘ liest, zum anderen wird seine postdigitale Medienreflexion auf der Basis des Romans Die Stunde zwischen Frau und Gitarre rekonstruiert.