Lesen in einer postdigitalen Gesellschaft steht nicht nur im Zeichen der Sinnkonstruktion, sondern ist vorgängig immer schon gebunden an praxeologische Dimensionen, die digitale Lektüren erst ermöglichen. Solche medialen, körperbezogenen und semiotischen Verhältnisse werden in der Philologie zumeist vernachlässigt, wenn es um Lesen geht. Gleiches gilt für die materiellen und medialen Bedingungen mobiler, drahtlos vernetzter Endgeräte, insbesondere für das Licht. Im Rekurs auf das Konzept der ‚Leseszene‘ einerseits und auf die Medialität des Lichts als ‚elementare‘ Möglichkeit des Lesens im Digitalen andererseits, schlägt der Beitrag eine medienökologische Perspektive auf digitales Lesen vor. Solche Lesemilieus einer medial verfassten Umwelt werden für Terézia Moras Roman Der einzige Mann auf dem Kontinent (2009), der Informationstechnologien am Licht als kulturell Unbewusstes vermittelt, entfaltet und in Bezug auf seine literarische Formsprache diskutiert.

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Lesen im Licht des Digitalen. Medienökologie der „künstlichen Helligkeiten“ in Terézia Moras Der einzige Mann auf dem Kontinent

  • Kathrin Schuchmann

摘要

Lesen in einer postdigitalen Gesellschaft steht nicht nur im Zeichen der Sinnkonstruktion, sondern ist vorgängig immer schon gebunden an praxeologische Dimensionen, die digitale Lektüren erst ermöglichen. Solche medialen, körperbezogenen und semiotischen Verhältnisse werden in der Philologie zumeist vernachlässigt, wenn es um Lesen geht. Gleiches gilt für die materiellen und medialen Bedingungen mobiler, drahtlos vernetzter Endgeräte, insbesondere für das Licht. Im Rekurs auf das Konzept der ‚Leseszene‘ einerseits und auf die Medialität des Lichts als ‚elementare‘ Möglichkeit des Lesens im Digitalen andererseits, schlägt der Beitrag eine medienökologische Perspektive auf digitales Lesen vor. Solche Lesemilieus einer medial verfassten Umwelt werden für Terézia Moras Roman Der einzige Mann auf dem Kontinent (2009), der Informationstechnologien am Licht als kulturell Unbewusstes vermittelt, entfaltet und in Bezug auf seine literarische Formsprache diskutiert.