Die Studie widmet sich Franz Kafkas Roman Der Proceß aus wirkungsästhetischer und literaturpragmatischer Perspektive. Sie untersucht die aktive Rolle des Lesers im Sinnbildungsprozess und die transformative Wirkung des Textes. Inspiriert von Richard Rortys neopragmatischer Literaturauffassung und Wolfgang Isers wirkungsästhetischen Theorien wird analysiert, wie Kafkas rhetorische und narrative Techniken den Leser in einen dynamischen Dialog mit dem Text einbinden. Im Fokus stehen die exformative Struktur, die Ambiguitäten und die Leerstellen des Romans, welche die Lesererwartungen gezielt herausfordern und den Leser zur kritischen Reflexion seiner eigenen Denkmuster anregen. Der Proceß wird als eine ironische Auseinandersetzung mit Autorität, Macht und Verantwortung interpretiert, die den Leser nicht nur zum Mitgestalter des Textsinns, sondern auch zu einer Reflexion über die eigene gesellschaftliche Position macht. Abschließend zeigt die Studie auf, wie Kafkas Werk durch diese dialogische Interaktion eine tiefgreifende ästhetische Erfahrung ermöglicht und seine zeitlose Relevanz sichert.

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Kafka lesen. Wirkungsästhetische Überlegungen zu Franz Kafkas Der Proceß

  • Lajos Mitnyán

摘要

Die Studie widmet sich Franz Kafkas Roman Der Proceß aus wirkungsästhetischer und literaturpragmatischer Perspektive. Sie untersucht die aktive Rolle des Lesers im Sinnbildungsprozess und die transformative Wirkung des Textes. Inspiriert von Richard Rortys neopragmatischer Literaturauffassung und Wolfgang Isers wirkungsästhetischen Theorien wird analysiert, wie Kafkas rhetorische und narrative Techniken den Leser in einen dynamischen Dialog mit dem Text einbinden. Im Fokus stehen die exformative Struktur, die Ambiguitäten und die Leerstellen des Romans, welche die Lesererwartungen gezielt herausfordern und den Leser zur kritischen Reflexion seiner eigenen Denkmuster anregen. Der Proceß wird als eine ironische Auseinandersetzung mit Autorität, Macht und Verantwortung interpretiert, die den Leser nicht nur zum Mitgestalter des Textsinns, sondern auch zu einer Reflexion über die eigene gesellschaftliche Position macht. Abschließend zeigt die Studie auf, wie Kafkas Werk durch diese dialogische Interaktion eine tiefgreifende ästhetische Erfahrung ermöglicht und seine zeitlose Relevanz sichert.