„Leben als Gespenst“. Ein Vergleich von Perspektivgestaltung und Erzählakt bei Franz Kafka, Ernst Weiß und Thomas Mann
摘要
Der Beitrag untersucht das Erzählen Franz Kafkas, indem er zwei seiner markanten Eigenheiten beleuchtet und durch den Vergleich mit Werken von Ernst Weiß und Thomas Mann in der klassischen Moderne verortet. Gegenstand exemplarischer Analysen ist das narrative Profil von drei Entwicklungsromanen: von Kafkas Der Verschollene, Weiß’ Die Feuerprobe und Manns Der Zauberberg. Mit verschiedenen Erzählverfahren, so führt der Beitrag aus, wird in den Romanen eine Welt gestaltet, die undurchsichtig und trügerisch ist: Bei Kafka erfolgt dies durch ein ‚erzählerloses‘ Erzählen, das die figuralen Perspektiven ineinander übergehen lässt; bei Weiß durch eine Ich-Erzählung, die Techniken narrativer Unzuverlässigkeit einsetzt; bei Mann durch eine Er-Erzählung, die traditionelle auktoriale Darstellungsformen metanarrativ und metafiktional ironisiert.