Die Bahnen der Planeten in unserem Sonnensystem lassen sich mit erstaunlicher Präzession bis in alle Ewigkeit vorhersagen. Auf den ersten Blick scheinen Atome das mikroskopische Abbild eines Planetensystems zu sein mit unendlich kleinen Elektronen, die auf festen Bahnen um einen Atomkern kreisen. Tatsächlich lässt sich auf der Ebene von Atomen und darunter, die Vorstellung, dass sich kleinste Teilchen auf berechenbaren Bahnen bewegen, nicht mehr aufrechterhalten. Warum, beispielsweise, drängen sich die negativ geladenen Elektronen eines Atoms sich nicht direkt um den positiv geladenen Atomkern? Warum halten sie sich irgendwo in einer gigantischen Hülle auf, die 3000 mal größer ist als der Atomkern? Warum überlappen diese Atomhüllen nicht, obwohl in ihnen fast nichts außer einer Handvoll unendlich kleiner Elektronen zu finden ist? Am besten lassen sich diese und ähnliche Fragen beantworten, wenn man sich Elektronen und andere Elementarteilchen als ausgedehnte Wellen vorstellt. Versucht man jedoch ein Elektron oder andere Elementarteilchen mit einem Detektor einzufangen und ihre Eigenschaften zu messen, entpuppen sie sich wieder als Teilchen. Die Ergebnisse solcher Messungen lassen sich jedoch nicht mehr exakt, sondern nur mit Wahrscheinlichkeiten vorhersagen. In dieser Welt des Allerkleinsten scheint nichts vorherbestimmt. Für uns Menschen gibt das Anlass zur Annahme, dass auch unser Denken und Handeln nicht überall durch Naturgesetze vorherbestimmt ist, sondern unserem freien Willen unterliegt.

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Folgt die Welt einer Bestimmung? – Die Welt im ganz Kleinen

  • Christoph Lüttge

摘要

Die Bahnen der Planeten in unserem Sonnensystem lassen sich mit erstaunlicher Präzession bis in alle Ewigkeit vorhersagen. Auf den ersten Blick scheinen Atome das mikroskopische Abbild eines Planetensystems zu sein mit unendlich kleinen Elektronen, die auf festen Bahnen um einen Atomkern kreisen. Tatsächlich lässt sich auf der Ebene von Atomen und darunter, die Vorstellung, dass sich kleinste Teilchen auf berechenbaren Bahnen bewegen, nicht mehr aufrechterhalten. Warum, beispielsweise, drängen sich die negativ geladenen Elektronen eines Atoms sich nicht direkt um den positiv geladenen Atomkern? Warum halten sie sich irgendwo in einer gigantischen Hülle auf, die 3000 mal größer ist als der Atomkern? Warum überlappen diese Atomhüllen nicht, obwohl in ihnen fast nichts außer einer Handvoll unendlich kleiner Elektronen zu finden ist? Am besten lassen sich diese und ähnliche Fragen beantworten, wenn man sich Elektronen und andere Elementarteilchen als ausgedehnte Wellen vorstellt. Versucht man jedoch ein Elektron oder andere Elementarteilchen mit einem Detektor einzufangen und ihre Eigenschaften zu messen, entpuppen sie sich wieder als Teilchen. Die Ergebnisse solcher Messungen lassen sich jedoch nicht mehr exakt, sondern nur mit Wahrscheinlichkeiten vorhersagen. In dieser Welt des Allerkleinsten scheint nichts vorherbestimmt. Für uns Menschen gibt das Anlass zur Annahme, dass auch unser Denken und Handeln nicht überall durch Naturgesetze vorherbestimmt ist, sondern unserem freien Willen unterliegt.