In diesem Kapitel werden – nachdem zunächst ihre intrafiktionalen Prototypen besprochen worden sind – genuin transfiktionale Nivellierungen der Fiktionsstufen ‚Kunst‘ und ‚Realität‘ untersucht, wie etwa Leser- und Zuschaueransprache, scheinbares bzw. reales ‚Hineinragen‘ der Kunstobjekte in die Realität, Betonung der materiellen Präsenz des Fiktionswerkes oder Vermarktung von fiktionserzeugten Produkten (fiktionsabgewandte Übergänge), ferner immersive Rezeption oder Selbstfiktionalisierung der Autorinstanz (fiktionszugewandte Übergänge). Als Zone, in der beide Richtungen zusammenkommen, wird das Als-Ob-Spiel analysiert. Die Forschungsfragen, die dabei entstehen, sind auf das Metalepsekonzept selbst zentriert: Inwieweit ist dieses auf die Problematik der Kunstwirkung ausdehnbar? Der Einwand ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Behauptung einer realweltlich gelungenen Metalepse nur auf Kosten einer rhetorischer Einnebelung und faktischen Verkümmerung des Konzepts möglich ist, indem sie größtenteils auf Verklärung von Selbstverständlichkeiten beruht. Andererseits lädt die Tatsache, dass die Kunstwirkung zuweilen metalepseähnliche Formen annimmt, zur Reflexion über das interaktive Potenzial der Kunst und ihr Selbstverständnis ein. Ersteres reicht von Distanzerzeugung bis zu Teilnahmeangebot, letzteres hingegen oszilliert zwischen Autonomieanspruch und Anmaßung direkter Realitätsmodifikation. Die Betrachtung versuchter und vollzogener Fiktionsstufennivellierungen kann dazu verhelfen, innerhalb beider Spektren eine Position ausfindig zu machen, die sowohl dem ästhetischen Anspruch als auch dem Verlangen nach gesteigerter Wirklichkeitspräsenz der Kunst gerecht wird.

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Kann profane Schöpfungskraft echte Wunder der Transzendenz wirken?

  • Tomasz Waszak

摘要

In diesem Kapitel werden – nachdem zunächst ihre intrafiktionalen Prototypen besprochen worden sind – genuin transfiktionale Nivellierungen der Fiktionsstufen ‚Kunst‘ und ‚Realität‘ untersucht, wie etwa Leser- und Zuschaueransprache, scheinbares bzw. reales ‚Hineinragen‘ der Kunstobjekte in die Realität, Betonung der materiellen Präsenz des Fiktionswerkes oder Vermarktung von fiktionserzeugten Produkten (fiktionsabgewandte Übergänge), ferner immersive Rezeption oder Selbstfiktionalisierung der Autorinstanz (fiktionszugewandte Übergänge). Als Zone, in der beide Richtungen zusammenkommen, wird das Als-Ob-Spiel analysiert. Die Forschungsfragen, die dabei entstehen, sind auf das Metalepsekonzept selbst zentriert: Inwieweit ist dieses auf die Problematik der Kunstwirkung ausdehnbar? Der Einwand ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Behauptung einer realweltlich gelungenen Metalepse nur auf Kosten einer rhetorischer Einnebelung und faktischen Verkümmerung des Konzepts möglich ist, indem sie größtenteils auf Verklärung von Selbstverständlichkeiten beruht. Andererseits lädt die Tatsache, dass die Kunstwirkung zuweilen metalepseähnliche Formen annimmt, zur Reflexion über das interaktive Potenzial der Kunst und ihr Selbstverständnis ein. Ersteres reicht von Distanzerzeugung bis zu Teilnahmeangebot, letzteres hingegen oszilliert zwischen Autonomieanspruch und Anmaßung direkter Realitätsmodifikation. Die Betrachtung versuchter und vollzogener Fiktionsstufennivellierungen kann dazu verhelfen, innerhalb beider Spektren eine Position ausfindig zu machen, die sowohl dem ästhetischen Anspruch als auch dem Verlangen nach gesteigerter Wirklichkeitspräsenz der Kunst gerecht wird.