Die Nivellierung von Fiktionsstufen, deren fiktionale Darstellung in diesem Kapitel behandelt wird, geht in der Regel auf moralisch fragwürdige Absichten zurück. Einer Figur wird eine inszenierte Wirklichkeit als wahr vorgehalten, damit sie einem bösen Charakter bzw. Charakterensemble in die Falle tappt. Doch gibt es auch Beispiele, bei denen der heimliche Aufbau künstlicher Welten gut gemeint sein kann, auch wenn die devon Betroffenen diese Meinung nicht teilen müssen. Ferner schildert die künstlerische Fiktion Situationen, in denen sich Figuren selber Illusionen aussetzten, meist um Krisensituationen auszuhalten, aber auch, um die Grenzen der eigenen Identität auszudehnen. Letzten Endes werden Fälle untersucht, wo das in der Fiktion Dargestellte bereits ein Kunstprodukt (d. i. Inhalt eines Buches im Buch oder Films im Film) darstellt, ohne sich als solches erkennbar zu geben. Bei der Untersuchung all dieser Varianten geht es wie im 1. Kapitel um das Problem der (Un)zuverlässigkeit und der Darstellungstechnik; bei letzterem wird insbesondere auf Verschachtelungen der betrügerischen Intrige eingegangen. Dabei wird auch, anhand der Dreiteilung klassisch-modern-postmodern, der kulturelle Kontext der fiktionsinternen Fiktionsbildung analysiert. Als Funktion der dargestellten Fiktonsstufennivellierung rückt in den präsentierten Fällen der Anlass zur Selbstreflexion in den Vordergrund: Indem die Fiktionsherstellung an sich zum Thema wird, geraten Konstruktion und Funktion von Literatur und Kunst automatisch in den Fokus.

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Breiten die Dichter nur eine Lügenschicht aus?

  • Tomasz Waszak

摘要

Die Nivellierung von Fiktionsstufen, deren fiktionale Darstellung in diesem Kapitel behandelt wird, geht in der Regel auf moralisch fragwürdige Absichten zurück. Einer Figur wird eine inszenierte Wirklichkeit als wahr vorgehalten, damit sie einem bösen Charakter bzw. Charakterensemble in die Falle tappt. Doch gibt es auch Beispiele, bei denen der heimliche Aufbau künstlicher Welten gut gemeint sein kann, auch wenn die devon Betroffenen diese Meinung nicht teilen müssen. Ferner schildert die künstlerische Fiktion Situationen, in denen sich Figuren selber Illusionen aussetzten, meist um Krisensituationen auszuhalten, aber auch, um die Grenzen der eigenen Identität auszudehnen. Letzten Endes werden Fälle untersucht, wo das in der Fiktion Dargestellte bereits ein Kunstprodukt (d. i. Inhalt eines Buches im Buch oder Films im Film) darstellt, ohne sich als solches erkennbar zu geben. Bei der Untersuchung all dieser Varianten geht es wie im 1. Kapitel um das Problem der (Un)zuverlässigkeit und der Darstellungstechnik; bei letzterem wird insbesondere auf Verschachtelungen der betrügerischen Intrige eingegangen. Dabei wird auch, anhand der Dreiteilung klassisch-modern-postmodern, der kulturelle Kontext der fiktionsinternen Fiktionsbildung analysiert. Als Funktion der dargestellten Fiktonsstufennivellierung rückt in den präsentierten Fällen der Anlass zur Selbstreflexion in den Vordergrund: Indem die Fiktionsherstellung an sich zum Thema wird, geraten Konstruktion und Funktion von Literatur und Kunst automatisch in den Fokus.