Von Autonomie bis Verteilungsgerechtigkeit: Rechtliche Entwicklungen und ihre Bedeutung für die Intensivmedizin
摘要
Die moderne Wissenschaft ist von Haus aus zum Spezialistentum genötigt [3]: Um so mehr sollte sie – einem Bonmot Carl Friedrich von Weizsäckers zufolge – danach streben, Wege der „Selbstüberwindung ihrer eigenen Vorurteile“ ausfindig zu machen [2]. Bekanntlich geschieht dies am ehesten durch stetige Perspektivenveränderung, um sich der nur relativen Geltungskraft der eigenen Dogmen bewusst zu werden. Ganz in diesem Sinne hat Hilmar Burchardi, der hochgeschätzte Geehrte, für die großen ethischen Fragen der Intensivmedizin weitsichtig die Unverzichtbarkeit eines fortwährenden interdisziplinären Diskurses (jenseits des interessengeleiteten Konkurrenzdenkens [7]) nicht nur verbal betont, sondern auch mit dem ihm eigenen Selbstverständnis gelebt. Paradigmatisch heißt es im Vorwort seines gemeinsam mit Kollegen herausgegebenen Standardwerkes „Die Intensivmedizin“ dazu: „Intensivmedizin braucht das breite Wissen der Experten vieler Fachdisziplinen, muss aus den verschiedensten Quellen schöpfen, wenn dem kritisch Kranken geholfen werden soll; Intensivmedizin ist grundsätzlich multidisziplinär“ [1].