Berlin, für das sich Thomas Johann Seebeck zum Medizinstudium entschieden hatte, war eine der größeren Städte des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation, in der sich eine Einrichtung mit dem Namen Collegium medico-chirurgicum etabliert hatte. Ihre Aufgabe bestand in der Kontrolle der sanitären Zustände der Siedlungen der Bewohner und der Anleitung und Beratung der praktizierenden Feldscher und Wundärzte bzw. Chirurgen, die gemeinsam mit den Badern, Aderlassern, Klistierern, Zahnziehern und weiteren Fachleuten zu den Zunfthandwerkern gehörten. Der Brandenburger Kurfürst Friedrich III., der 1701 unter dem Namen Friedrich I. zum König von Preußen gekrönt wurde, hatte im Juli 1700 die Berliner Gesellschaft Societät der Wissenschaften gegründet und den hochverdienten Gelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz als deren ersten Präsidenten eingesetzt. Aus der Societät ging im Laufe der Zeit die Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften hervor. Die ersten Forschungseinrichtungen in deren Geschäftsbereich waren ein Observatorium (1717), ein Theatrum anatomicum (1717) und das Collegium medico-chirurgicum (1723). Nach dem Tod von Leibniz berief der ab 1713 regierende Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. den Historiker Jacob Paul von Gundling im Jahr 1718 zum Präsidenten der Akademie, der allerdings zugleich die Funktion als unfreiwilliger Hofnarr des Königs zu erfüllen hatte, was ihn zu einer anfechtbaren Figur machte. Auf Verlangen des Soldatenkönigs wurde am Collegium medico-chirurgicum besonderes Augenmerk auf die Ausbildung von Militärchirurgen und Feldschern gerichtet und ein Professor für Chirurgie berufen; auch wurde die Ausbildung der Apotheker gesetzlich geregelt. Jahrzehnte später wurde das Collegium medico-chirurgicum der Berliner Universität angegliedert.

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Der Student Seebeck in Berlin und Göttingen

  • Enn Velmre,
  • Manfred Glesner,
  • Cornelius Hasselblatt,
  • Ulrike Müller-Harang

摘要

Berlin, für das sich Thomas Johann Seebeck zum Medizinstudium entschieden hatte, war eine der größeren Städte des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation, in der sich eine Einrichtung mit dem Namen Collegium medico-chirurgicum etabliert hatte. Ihre Aufgabe bestand in der Kontrolle der sanitären Zustände der Siedlungen der Bewohner und der Anleitung und Beratung der praktizierenden Feldscher und Wundärzte bzw. Chirurgen, die gemeinsam mit den Badern, Aderlassern, Klistierern, Zahnziehern und weiteren Fachleuten zu den Zunfthandwerkern gehörten. Der Brandenburger Kurfürst Friedrich III., der 1701 unter dem Namen Friedrich I. zum König von Preußen gekrönt wurde, hatte im Juli 1700 die Berliner Gesellschaft Societät der Wissenschaften gegründet und den hochverdienten Gelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz als deren ersten Präsidenten eingesetzt. Aus der Societät ging im Laufe der Zeit die Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften hervor. Die ersten Forschungseinrichtungen in deren Geschäftsbereich waren ein Observatorium (1717), ein Theatrum anatomicum (1717) und das Collegium medico-chirurgicum (1723). Nach dem Tod von Leibniz berief der ab 1713 regierende Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. den Historiker Jacob Paul von Gundling im Jahr 1718 zum Präsidenten der Akademie, der allerdings zugleich die Funktion als unfreiwilliger Hofnarr des Königs zu erfüllen hatte, was ihn zu einer anfechtbaren Figur machte. Auf Verlangen des Soldatenkönigs wurde am Collegium medico-chirurgicum besonderes Augenmerk auf die Ausbildung von Militärchirurgen und Feldschern gerichtet und ein Professor für Chirurgie berufen; auch wurde die Ausbildung der Apotheker gesetzlich geregelt. Jahrzehnte später wurde das Collegium medico-chirurgicum der Berliner Universität angegliedert.