In der englischen Literaturgeschichte gilt Edward Morgan Forster (1879–1970) als Inbegriff der Respektabilität. Sein binnen relativ kurzer Zeit entstandenes Hauptwerk, zu dem u. a. Howards End (1910) und A Passage to India (1924) zählen, besitzt einen festen Platz im nationalen Kanon und auf universitären Leselisten, ohne dass Forster als formal besonders innovativer Autor gilt. Deshalb klebt an ihm das vergiftete Lob, er habe bloß versierte Unterhaltungsromane für die gebildete Mittelschicht geschrieben, hier und da überholte Wertvorstellungen satirisch vorgeführt, aber niemanden ernsthaft vor den Kopf gestoßen. Lieber habe sich Forster, der durch eine Erbschaft bereits als junger Mann finanziell unabhängig war, stur in der Mitte bewegt, auf halbem Weg zwischen Tradition und Moderne, rechts und links, Engagement und Komplizität (vgl. Smith 2009).

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E.M. Forster: Maurice (1914/1971)

  • Wieland Schwanebeck

摘要

In der englischen Literaturgeschichte gilt Edward Morgan Forster (1879–1970) als Inbegriff der Respektabilität. Sein binnen relativ kurzer Zeit entstandenes Hauptwerk, zu dem u. a. Howards End (1910) und A Passage to India (1924) zählen, besitzt einen festen Platz im nationalen Kanon und auf universitären Leselisten, ohne dass Forster als formal besonders innovativer Autor gilt. Deshalb klebt an ihm das vergiftete Lob, er habe bloß versierte Unterhaltungsromane für die gebildete Mittelschicht geschrieben, hier und da überholte Wertvorstellungen satirisch vorgeführt, aber niemanden ernsthaft vor den Kopf gestoßen. Lieber habe sich Forster, der durch eine Erbschaft bereits als junger Mann finanziell unabhängig war, stur in der Mitte bewegt, auf halbem Weg zwischen Tradition und Moderne, rechts und links, Engagement und Komplizität (vgl. Smith 2009).