Tabea Mußgnug: Nächstes Semester wird alles anders (2015)
摘要
Mit der Campus-Literatur unterhält dieses Buch eine merkwürdige On-Off-Beziehung. Nächstes Semester wird alles anders … ist kein Campus-Roman. Der Werbesatz auf der letzten Umschlagseite „Ein Leitfaden für alle, die wissen, wie es sich anfühlt, wenn man ständig gefragt wird: ‚Und was macht man denn damit?‘“ schlägt vor, das Buch als Orientierungshilfe für Studierende zu lesen. Doch zum „Leitfaden“ für desorientierte, im Studienfach und im Leben sinnsuchende Studierende fehlt hier der Ernst. Ein erzählendes Ich, das kein Blatt vor den Mund nimmt und detailfreudig, mit Liebe zur Übertreibung, mit ironischer Selbstkritik auf ein 14 Semester dauerndes geisteswissenschaftliches Studium zurückblickt, legt es eher nahe, das Buch als einen humoristisch geprägten, autofiktionalen Erfahrungsbericht für „alle, die denken, sie bräuchten einen Plan“ (so der Untertitel), zu lesen. Das ist durchaus ein literarisches Alleinstellungsmerkmal, vergleichbar mit Frieder Wittichs Coming-of-Age-Filmkomödie 13 Semester (2009), die offenbar auf die Autorin eingewirkt hat (15). In diesem Sinne ist Tabea Mußgnugs Campus-Buch, obwohl einzelne Kapitel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (13.7.2015) und in Der Spiegel (27.7.2015) vorabgedruckt wurden, zwar unter dem Radar der Feuilletonkritik geblieben.