Gerald Schmickl: Alles, was der Fall ist (1994)
摘要
Zu Zeiten, als sich die Republik Österreich noch dazu imstande sah, die alteingesessene Wiener Zeitung (1703–2023) zu finanzieren, war Gerald Schmickl (* 1961) dort Redakteur bzw. Leiter des Feuilletons – der Beilage EXTRA – und zwar für über 30 Jahre. Sie war über die Jahre hinweg von 16 auf acht Seiten reduziert worden. Schmickl, ein Soziologe, Philosoph und Journalist, der ursprünglich Sportreporter werden wollte, verfasste Beiträge zu ‚Sprachwelten‘, besonders zu Literatur. Er stammt – unüberhörbar – aus Wien, aus Hütteldorf, dem durch den Fußballverein Rapid Wien geprägten Stadtteil (vgl. Sympoietics). Sein erster Artikel, der zu Diskussionen führte, war ein Verriss einer rein datenorientierten Soziologie. Eine subversive Sprachverwendung zeichnet auch seinen akademischen Schelmenroman Alles, was der Fall ist (1994) aus, der im Wiener Philosophenmilieu spielt. Der Roman bildet ein frühes deutschsprachiges Beispiel für das Subgenre des campus-mystery, dieser im englischsprachigen Raum so produktiven Hybridform von Campusroman und mystery novel. Neben einem Sachbuch zu Allergien, Essays und einem Gesprächsband verfasste Schmickl einen weiteren, ebenfalls bei Deuticke erschienenen Roman mit dem Titel Zweiter Durchgang (2003).