Urs Jaeggi: Brandeis (1978)
摘要
Urs Jaeggi (1931–2021) war ein Schweizer Soziologe, Schriftsteller und Künstler, der als einer der intellektuellen Wegbereiter der 68er-Bewegung gilt. Nach seiner Promotion an der Universität Bern verließ er 1967 die Schweiz und erhielt den Ruf zur neuen Universität in Bochum, später unterrichtete er in New York. Jaeggi wurde eine feste Professur an der Freien Universität Berlin übertragen, an der er von 1972 bis 1993 lehrte (Mäder 2021). Urs Jaeggis Roman Brandeis (1978) ist ein autobiografisch geprägter Campusroman, der die politischen und sozialen Spannungen der 68er-Bewegung aus Sicht des jungen Schweizer Soziologieprofessors Brandeis schildert. Die Handlung spielt an der neu gegründeten Universität Bochum und thematisiert die Konflikte zwischen konservativen Strukturen und studentischem Aufbruch. Brandeis engagiert sich für eine Demokratisierung der Lehre, gerät in ideologische und persönliche Krisen und erlebt einen psychischen Zusammenbruch. Der Roman reflektiert die Rolle des Intellektuellen, die Machtlosigkeit der Wissenschaft und die institutionellen Zwänge der Universität. Intertextuelle Bezüge zu Marx, Freud, Adorno und feministischen Denkerinnen erweitern den ideologischen Horizont. Brandeis verbindet politische Analyse mit literarischer Tiefe und bleibt ein bedeutendes Zeugnis der Zeit.